Le Concert Olympique und Jan Caeyers, Musikalischer Leiter (Bild mi.); © Peter Adamik
Peter Adamik
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Philharmonie Berlin - Le Concert Olympique und Sabine Meyer unter Jan Caeyers

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"Späte Meisterwerke" – so der Titel eines Konzerts, das eigentlich schon vor anderthalb Jahren zum Beethoven-Jahr hätte gespielt werden sollen – und pandemiebedingt gleich dreimal verschoben werden musste.

Beethovens Zehnte - die Skizzen dazu geben Rätsel auf, und sie verraten nicht viel. Jens Joneleit hat daraus und mit Hilfe anderer Beethoven-Zitate ein neues Orchesterwerk gezimmert, nur leider Stück für Stück aneinandergeklebt – stümperhaft und ohne Erkenntniswert. Einfach nur ein schlechtes Stück.

Warum Franz Schubert seine h-Moll-Sinfonie nicht vollendet hat, bleibt bis heute Spekulation. Jan Caeyers deutet die beiden vollendeten Sätze als Gegensatz von irdischem und himmlischem Leben. Das entspringt allein seiner Phantasie, seine musikalische Deutung kann jedoch überzeugen: Da ist viel von Konflikten zu hören, und am Ende scheint es in eine offene Frage zu münden. Eine Interpretation, über die man lange nachdenkt.

Wer kann zählen, wie oft Sabine Meyer bereits Mozarts Klarinettenkonzert gespielt hat?! Klingen tut es jedoch wie beim ersten Mal: frisch und unverbraucht, voller Spielfreude und origineller Freiheiten. Zusammen mit dem Orchester holt sie das Werk aus der filmmusikbedingten Schmalzecke heraus. So spielfreudig, sensibel und intelligent hat man das lange nicht mehr gehört.

Andreas Göbel, rbbKultur

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Bernd Uhlig

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Dass mit dem letzten Puzzlestein, dem nachgereichten "Siegfried", alles wieder gut sein würde, war ein wohl doch zu frommer Wunsch. Immerhin: großer Jubel nach dem 1. Akt – für formidabel aufgelegte Sänger:innen, mit denen grundsätzlich sehr gut gearbeitet wurde. Das Flüchtlingskonzept dieses "Rings" dagegen wirkt nicht schlüssiger als zuvor; selbst dann nicht, wenn man zugesteht, dass Wagner selber – hier in Gestalt Mimes auch körperlich mitspielend – viele Jahre lang auf der Flucht vor Deutschland gewesen ist. So, fürchte ich, kriegt man die Flüchtlingsthematik nicht in den Blick.

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