Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin © Simon Pauly
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Konzerthaus Berlin | Philharmonie Berlin - Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin: "Bachfest im Advent"

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Ein "Bachfest im Advent“ feiert das RSB in der Philharmonie und im Konzerthaus. Zwar gibt es ein eingeübtes Ritual vor Weihnachten und danach Bachs Weihnachtsoratorium zu zelebrieren, aber man kann das auch mit anderen Kantaten Bachs und Brandenburgischen Konzerten tun. Die Kantate "Ich habe genug" sorgt dabei für nicht nur jublierende besinnliche Momente. Zu diesem Konzert hat sich das RSB einen Barock-Spezialisten eingeladen, Rinaldo Alessandrini.

Rinaldo Alessandrini sorgte vor allem für tänzerischen Schwung und dafür, dass der leicht bei Bach eintretende motorische Dauermotor nicht angworfen wurde. Wie schwierig es doch ist, nicht in militärische Akzente zu verfallen, ganz frei war zum Beispiel die einleitende Sinfonia "Ich liebe den Höchsten" noch nicht.

Hoch konzentrierte Musiker:innen und Solist:innen

Aber das Orchester bemühte sich nach Kräften vergessen zu machen, dass Darmsaiten viel wärmer wären, Barockbögen leichter und barocke Stimmungen auch emotional Harmonien anders wirken lassen. Wie verwickelt doch Vieles in den Brandenburgischen Konzerten ist, das konnte man vor allem an der hohen Konzentration von Musikerinnen und Musikern und immer wieder hervortretenden Solist:innen bemerken.

Spielfreude und Entspannung beim 3. Brandenburgischen Konzert

So richtig Spielfreude und Entspannung trat da erst mit der kleinen Besetzung des 3. Brandenburgischen Konzertes ein. Dass auch Trompeter als indisponiert angekündigt werden können, erwies sich als ganz überflüssig, denn Reinhold Friedrich ließ seine Trompete herrlich leicht und virtuos erstrahlen.

So zum Beispiel in der Kantate "Jauchzet Gott in allen Landen", die auch Siri Karoline Thornhill als Sopransolistin sehr gut lag. Sie hat eine sehr feine, fast silbrige Stimme, barock stllistisch versiert und im gemeinsamen Jubel mit der Trompete endlich ganz frei. Allerdings für die Philharmonie doch auch etwas leise. Warum eigentlich lernen Gesangssolisten nicht ihre Arien auswendig?

Das hätte der Kantate "Ich habe genug" sicher auch geholfen. Denn hier kommt es ganz auf die schwer zu vermittelnde Einsicht des Priesters Simeon an, dass er jetzt serben könne, da er doch das Jesuskind als Messias erkannt hatte. Die tiefe Sehnsucht nach einem guten Tod ist gerade in diesen Zeiten sicher auch sehr wichtig. In die Sphäre der Innigkeit und des Gefühls drang Thornhill nicht vor.

Clemens Goldberg, rbbKultur

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