Wiener Philharmoniker und Dirigent Daniel Barenboim im Großen Saal des Wiener Musikvereins © Dieter Nagl/APA/dpa
Dieter Nagl/APA/dpa
Bild: Dieter Nagl/APA/dpa Download (mp3, 7 MB)

Wiener Musikverein - Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker

Bewertung:

Es ist DAS Konzert an Neujahr, ausgestrahlt in 90 Länder für ca. 50 Millionen Zuschauer:innen: das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker. Es ist so Tradition wie "Dinner for One", nur dass die Dirigenten wechseln, dieses Mal war Daniel Barenboim eingeladen. Eine besondere Ehre: schon zum dritten Mal.

Das besondere Einverständnis zwischen Dirigent und Orchester äußert sich vor allem darin, dass Barenboim sich auf minimalistischen gestischen Einsatz zurückziehen konnte, nur an ein paar wenigen Stellen hilft er beim Timing. Das beherrscht dieses Orchester wie kein anderes, es ist Teil des UNESCO-Weltkulturerbes. Dabei ist das Timing der Walzer, Märsche und Polkas wahrlich eine hohe Kunst, die ihren Gipfel im schwerelosen Gleiten erreicht.

Thematische Gestaltung

Thematisch gab es durchaus Gestaltung, so zum Beispiel in einem Kapitel zu den Presseerzeugnissen der Zeit, etwa Eduard Strauss "Kleine Chronik" oder Hellmesbergers Galopp "Kleiner Anzeiger" und die berühmten "Morgenblätter" bei Johann Strauß. Auch Märchenwelten waren mit Nymphen, Heinzelmännchen und Johann Strauss’ "Tausend und eine Nacht".

Visuelles Traditionselement: das Staatsballett der Wiener Oper

Hier kommt dann auch ein visuelles Traditionselement hinzu, nämlich das Staatsballett der Wiener Oper mit Freiluftaufnahmen, da hat man wohl herrliches Wetter abwarten müssen! Auch ein Liebespaar konnte man im menschenleeren Wien zu den "Morgenblättern" beobachten und am Schluss des Programms hatte dann auch die Hofreitschule ihren visuellen Auftritt.

Josef Strauss' "Sphärenklänge" entführen in höhere Welten

Tradition neben dem unvermeidlichen Donauwalzer und dem Radetzkymarsch ist auch, dass es immer Erstaufführungen gibt. So etwa Carl Michael Zierreis "Nachtschwärmer" mit einer durchaus sehr hörenswerten Gesangseinlage der Musiker.

Musikalisch der Höhepunkt war für mich das Schlussstück des offiziellen Programms und zugleich das besondere Wunschsstück Barenboims, Josef Straussens "Sphärenklänge". Sie entführten einmal aus der bürgerlichen Idealwelt mit Bällen, Lipizzanern und Champagner in höhere Welten.

Clemens Goldberg, rbbKultur

Weitere Rezensionen

Staatsoper Berlin: Mitridate, Re di Ponto © Bernd Uhlig
Bernd Uhlig

Staatsoper Unter den Linden - "Mitridate, Re di Ponto" von Wolfgang Amadeus Mozart

Mozart war gerade erst 14 Jahre alt, als er auf seiner ersten Italienreise den Auftrag erhielt, für das Mailänder Teatro Regio Ducale eine große Oper zu komponieren: "Mitridate, Re di Ponto". Die Uraufführung fand 1770 statt. Inspiriert zu der Oper wurde Mozart von einem Drama des französischen Tragödiendichters Racine. Es geht in der Geschichte um einen König, seine beiden sehr unterschiedlichen Söhne, die beide dieselbe Frau lieben, die aber zugleich die Braut des Königs ist. Nun hat sich die Staatsoper Berlin dieses Stück voller Pathos und Leidenschaften vorgenommen, inszeniert wurde es von einem japanischen Team um den Regisseur Satoshi Miyagi.

Bewertung:
Komische Oper: Der fliegende Holländer © Annette Riedl/dpa
Annette Riedl/dpa

Komische Oper Berlin - "Der fliegende Holländer" von Richard Wagner

Keine Freikarten-Claqueure diesmal. Bei Herbert-Fritsch-Premieren nämlich, einem Darling von Berlin, wird jeder Sitzplatz dringend gebraucht. Als Komödie hatte die Komische Oper diese Deutung des "Fliegenden Holländers" angezeigt. "Vorsicht!", so Fritsch. "Ich werde immer mit Komödie angekündigt, egal was ich mache."

Bewertung: