Spectrum Concerts, Ensemble © Adil Razali
Adil Razali
Mitglieder des Ensembles Spectrum Concerts Berlin | Bild: Adil Razali Download (mp3, 7 MB)

Philharmonie Berlin | Kammermusiksaal - Spectrum Concerts Berlin

Eine Konzertkritik von Clemens Golgberg

Schon oft habe ich den "Spirit" der Konzertreihe Spectrum Concerts erleben dürfen und er war auch dieses Mal, vielleicht in besonderem Maße, zu spüren. Durch alle Reisebeschränkungen und Omikron-Gefährdungen hatten sich acht MusikerInnen für zwei Streichoktette zusammengefunden. Wie da zum Beispiel die unterschwellige Energie in Mendelssohns jugendlichem Geniestreich im letzten Satz sich endgültig Bahn brach, das war schlicht überwältigend.

Wie raffiniert Mendelssohn zwischen Gemeinsamkeit und Einzelstimmen immer wieder neue Kombinationen wirksam erkundet, ist hinreissend. Da ist ein 16-Jähriger, der alles vor sich hat und schon alles kann. Er kennt aber auch die Gefahren, hat schon unglaubliche Empfindungstiefe. Clara-Jumi Kang führt von der ersten Geige mit hoher Energie und immer unter Hochspannung, vielleicht manchmal auch etwas zu viel davon.

Ganz anders Boris Brovtsin in Enescus ebenfalls jungendlichem Oktett. Er hat eine ganz seltene Beseelung in seinem Spiel, eine ganz uneitle Selbst-Verständlichkeit. Die kommt dem Werk sehr zugute, das schon einen ganz eigenen Stil zeigt. Kein Komponist klingt so im Jahr 1900! Hier sind die Einzelnen nämlich zum Teil wilde Gesellen, die heftig ihre Meinung kundtun. Aber bei aller Individualität zieht sich die lange Melodie des Anfangs, die sieben von acht Streichern unisono am Anfang vortragen. Wie sich Einzelne zu gemeinsamem Handeln zusammentun, und das ästhetisch hoch originell, dann aber wieder zusammenfinden, das ist durchaus ein Modell, das unserer Gesellschaft des zum Teil unproduktiven Streits als Vorbild dienen könnte.

Clemens Goldberg, rbbKultur

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Staatsoper Unter den Linden: Turandot © Matthias Baus
Matthias Baus

Staatsoper Unter den Linden - "Turandot" von Giacomo Puccini

Seit 2007 lockt das Open-Air-Spektakel "Staatsoper für alle" jedes Jahr tausende Besucher:innen auf den Berliner Bebelplatz neben der Berliner Staatsoper. Am Wochenende gab es nicht nur ein Konzert mit Werken von Schumann und Tschaikowsky unter dem Dirigat von Daniel Barenboim zu erleben. Am Samstag feierte Philipp Stölzls Neuinszenierung von Puccinis "Turandot" ihre Premiere. Mit Zubin Mehta am Pult.

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