RSB mit Karina Canellakis; © Markus Werner
Markus Werner
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Konzerthaus Berlin - Das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin unter Karina Canellakis

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Die Sommerpause rückt näher und das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin verabschiedete sich für diese Spielzeit mit seiner Ersten Gastdirigentin Karina Canellakis und mit der Geigerin Nicola Benedetti, die ihr Debüt beim Orchester gab. Und das mit Raritäten. Eine Sternstunde.

Wer Alexander Skrjabins "Poème de l'extase" auf das Programm setzt, muss wissen, was er tut. Karina Canellakis weiß es, kontrolliert die Klangorgien und dosiert geschickt und mit grandioser Feinabstimmung. Eine solche klangliche Souveränität hat man, lange ist es her, zuletzt bei Claudio Abbado erleben dürfen. Eine Sternstunde.

Debüt mit Rarität

Echte Raritäten waren Igor Strawinskys lange verschollener Chant funèbre, aber vor allem Lili Boulangers "D'un soir triste". Die mit Mitte Zwanzig an einer Lungenkrankheit verstorbene Komponistin weist in ihrem letzten vollendeten Werk teilweise weit in die Zukunft: Messiaens Farbenmischungen, aber auch Filmmusik eines Nino Rota schimmern durch, kombiniert mit auf sich selbst bezogenen Totenglocken. Das muss man aushalten können, aber mehr noch: Karina Canellakis bohrt das Stück gewissermaßen unter die Haut. Lange Stille anschließend im Publikum.

RSB mit Karina Canellakis und Nicola Benedetti, Geige; © Markus Werner
Bild: Markus Werner

Ihr Debüt beim RSB gab die Geigerin Nicola Benedetti. Und das mit dem ersten Violinkonzert von Karol Szymanowski – schwerer geht es kaum: Melodien in höchster Lage, technische Raffinessen. Die Geigerin spielt das souverän auswendig und mit einem Ton zum Dahinschmelzen, in Kombination mit dem Orchester duftig und mit einem Häubchen Sprühsahne. Besser geht es nicht.

Andreas Göbel, rbbKultur

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