Ödön Rácz: My Double Bass; Montage: rbb
Bild: Deutsche Grammophon

Solist - Ödön Rácz: "My Double Bass"

Bewertung:

Philharmonikertreffen – Ödön Rácz ist in Wien Solo-Kontrabassist, sein Kollege Noah Bendix-Balgley einer der drei 1. Konzertmeister der Berliner Philharmoniker.

Gleich zum Auftakt der CD teilt sich Odön Rácz das Solistenpodium mit Noah Bendix-Balgley. Bei Giovanni Bottesinis "Gran Duo Concertante" liefern sich die beiden guten Freunde, die auch im Kammermusikensemble "The Philharmonix" zusammenspielen, einen rasanten Philharmonikerwettstreit.

Spielfreude

In ihren beiden Orchestern gehören sie zu den absoluten Sympathieträgern. Und auch diese CD strahlt durchgängig die gute Laune und ungebremste Spielfreude der beiden fast gleich alten Musiker aus: Ràcz ist 1981 in Budapest geboren, Bendix-Balgley 1984 in North-Carolina. Seit 2014 ist der amerikanische Geiger einer der drei 1. Konzertmeister der Berliner Philharmoniker, Ödön Rácz gehört schon seit 2009 zu den Wiener Philharmonikern.

Leidenschaft

Das zweite Stück des Albums, Astor Piazzollas "Grand Tango", ist ursprünglich für Cello und Klavier komponiert und war Mstislav Rostropowitsch gewidmet. Ödön Rácz selbst hat die ursprüngliche Cellostimme für sein Instrument bearbeitet und gibt den leidenschaftlichen Linien nicht nur einiges an Volumen hinzu, sondern schafft es, den Bass hier genauso eindringlich wie ein Violoncello klingen zu lassen.

Familienangelegenheiten

Ödön Rácz spielt sein Instrument in der 4. Generation – so wie vor ihm Vater, Großvater und Urgroßvater schon Kontrabassisten waren. Seinen ersten großen Erfolg hatte Ödön Rácz im Jahr 2003 mit dem Sieg beim ARD-Wettbewerb in München. Sein Siegerstück von damals, Nino Rotas viersätziges "Divertimento Concertante", beschließt auch dieses Album – ein neoklassizistisches Prachtwerk mit technischen Schwierigkeiten aller Art: Doppelgriffe, Spiel in höchsten Lagen und weiteste Sprünge.

Der Komponist hatte es Ende der Sechzigerjahre für den italienischen Kontrabass-Virtuosen Franco Petracchi komponiert. Rácz nimmt auch diese technisch anspruchsvolle Musik mit Spaß an der Herausforderung und liefert so im Wechselspiel mit dem von der italienischen Dirigentin Speranza Scapucci leidenschaftlich geführten Franz Liszt Kammerorchester ein grandioses Finale.

Hans Ackermann, kulturradio

Weitere Rezensionen

Nikita Koshkin: 24 Präludien und Fugen © Naxos
© Naxos

CD-Kritik - Nikita Koshkin: 24 Präludien und Fugen

24 Präludien und Fugen für die klassische Gitarre hat der 1956 geborene russische Komponist Nikita Koshkin vor einigen Jahren komponiert.  Der Komponist folgt im Prinzip Johann Sebastian Bach und dessen "Wohltemperiertem Klavier", aber auch Frédéric Chopin, der sich mit seinen 24 Préludes ebenfalls auf eine bestimmte Weise durch die Tonarten bewegt hat.

Bewertung:
Tschaikowski und Barber - Violinkonzerte; Montage: rbbKultur
BIS

CD-Kritik - Tschaikowski & Barber: Violinkonzerte

Mit seiner neuen Einspielung der Violinkonzerte von Peter Tschaikowski und Samuel Barber gelingt dem jungen schwedischen Geiger Johan Dalene ein bemerkenswerter Beitrag zum "Geigenjahr" 2020.

Bewertung: