Fazil Say: 1001 Nights in the Harem
Bild: SONY MUSIC ENTERTAINMENT

Orchester - Fazil Say: 1001 Nights in the Harem

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Drei Werke von Fazil Say, dem türkischen Pianisten, Komponisten und Bürgerrechtler stehen im Mittelpunkt der neuen CD mit dem ORF Radio-Sinfonieorchester Wien unter Howard Griffiths.

Zwei Tongemälde beschwören die sinnliche Welt des Harem und des großen Basars in Istanbul. In der "Chinese Rhapsody" wendet sich Say noch weiter nach Osten. Zwei junge Solisten präsentiert Howard Griffiths zudem, die türkische Pianistin Iraz Yildiz und den Berliner Geiger Iskander Widjaja.

Forum für junge Solisten

Howard Griffiths ist Vorsitzender der Schweizer "Orpheum Stiftung", die jungen Solisten Möglichkeiten schafft, mit führenden Orchestern zu spielen oder ins Studio zu gehen. Iraz Yildiz, Jahrgang 1997, hat in Brüssel studiert und verfeinert ihre Studien gerade in Rotterdam. Sie debütiert hier mit einem Klaviersolo, das eigentlich eine von vielen Orchesterfarben ist in der "China Rhapsody" von Say.

Iskander Widjaja ist schon zehn Jahre älter, hat mehrere CDs aufgenommen (Bach, Schumann und zuletzt ein Solo-Album "Mercy"). In Indonesien, der Heimat seiner Mutter, ist er ein Popstar, seit er dort eine Werbemusik für Kaffee gespielt hat…

Widjaja spielt das Violinkonzert "1001 Nacht im Harem". Fazil Say hat es 2007 für seine Duo-Partnerin Patricia Kopatchinskaja komponiert. Vier Sätze gehen ineinander über, klingen mal verführerisch, mal ekstatisch und das Werk gipfelt im Ohrwurm einer alten türkischen Weise.

Orchester als Star

Howard Griffiths ist Türkeikenner, spricht Türkisch, hat lange vor seiner Dirigentenlaufbahn in Ankara Bratsche im Orchester gespielt. Er manövriert das ORF Radio-Symphonie-Orchester Wien souverän durch manchen fremden Rhythmus, kostet das Farbige ins Says Musik voll aus, verhindert aber auch, dass die Musik in die Kitsch- und Klischeefalle abstürzt. So ist am Ende das Orchester der eigentliche Star dieser CD.

Christian Schruff, kulturradio

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