Fumito Nunoya: Concertos on Marimba @ Oehms Classics
Bild: Oehms Classics

Kammermusik - Fumito Nunoya: Concertos on Marimba

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Wie reagiert ein Komponist auf die Katastrophe von Fukushima? Auf der CD des japanischen Marimba-Solisten Fumito Nunoya ist das ebenso zu hören wie die Antwort auf die Frage, was Vivaldi auf dem Schlaginstrument zu suchen hat.

Die Liebe zum Zusammenspiel mit dem Orchester und den Wunsch nach Genuss für das Publikum verbindet Fumito Nunoya laut eigener Aussage auf dieser CD. Nach Solo- und Ensemble-Aufnahmen ist dies seine erste CD mit Orchester und zugleich ein Zeichen für den wachsenden Ruhm des Marimba-Virtuosen. Geboren wurde Nunoya in einer japanischen Kleinstadt, studiert hat er in Japan und in den USA. Seit etwa zehn Jahren lebt er in Deutschland und unterrichtet an der Musikhochschule in Detmold. Bisher hat er sowohl Klassiker-Bearbeitungen zum Beispiel von Bach aufgenommen als auch gemäßigte oder gefällige Moderne unter anderem von Piazzolla.

Glänzender Solist

Vor allem das Marimbakonzert von Emmanuel Séjourné lässt an Gefälligkeit keine Wünsche offen. Das 2015 in seiner jetzigen Form vollendete Werk badet in spätromantischen Harmonien und breitet seine spärlichen Ideen aus, als seien sie von Rachmaninow. Ein Flötenkonzert von Vivaldi überflügelt es lässig an Esprit und führt die klangliche Verwandtschaft von angeblasenen und angeschlagenen Holzinstrumenten vor Ohren, auch dank Fumito Nunoyas leichthändiger Phrasierungskunst.

Das Konzert von Takatomi Nobunaga hat der Marimbist selbst in Auftrag gegeben. In Reaktion auf die Fukushima-Katastrophe entfaltet es klangmagisch Ozeaneindrücke mit Delfin-Gesängen und mahnt den Erhalt der Meere an. Streicher und Schlaginstrument agieren hier wirklich miteinander und erschaffen virtuos fließende Strukturen, die am Ende Hoffnung aufscheinen lassen. Die Marimba hat mit diesem Stück keinen Exoten-Bonus mehr nötig. Umso weniger als Fumito Nunoya ein fraglos glänzender Solist ist.

Dirk Hühner, kulturradio

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