Heimweh – Schubert Lieder; Montage: rbb
Bild: Pentatone

Gesang - Heimweh – Schubert Lieder

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Ein tief empfundenes Gefühl steht auf dem Album der Sopranistin Anna Lucia Richter im Mittelpunkt: Das Heimweh, mit dem sich Franz Schubert zeitlebens in seinen Liedern beschäftigt hat.

Mit der frühen Goethe-Vertonung "An den Mond" beginnt Anna Lucia Richter ihren Liederabend, der im Todesjahr 1828 des Komponisten bei dessen vorletzter Komposition "Der Hirt auf dem Felsen" endet.

Philosophisch

Für jeden Menschen sei das Heimweh ein "universelles und zeitloses" Thema, sagt Anna Lucia Richter. Der Verlust der Kindheit und das anschließende, kaum stillbare Verlangen nach neuer Geborgenheit sei "eine der schwierigsten Lebensaufgaben" überhaupt. Die in Köln geborene Sängerin folgt bei ihrem durchdachten Programm einem Gedanken des Philosophen Schopenhauer, der das Glück der Kindheit mit dem "Paradies des Lebens" vergleicht.

Paradiesisch

Durch Musik, so Anna Lucia Richter, durch Lieder wie die von Franz Schubert, könne man im günstigsten Fall einen kurzen Blick in dieses Paradies erhaschen. Das Album lässt beim Hören der mit größter Klarheit artikulierten Liedtexte dann tatsächlich eine höchst inspirierende Schönheit entstehen. Der lyrische, nie zu kühle Sopran der Sängerin verhilft den "Liedern der Mignon" zu inniger Kraft und Ausstrahlung – moderner Schubert, bei dem Anna Lucia Richter vom detaillierten Klavierspiel des hervorragenden Liedgestalters Gerold Huber begleitet wird.

Zum buchstäblichen Höhepunkt dieser "Schubertiade" kommt dann bei "Der Hirt auf dem Felsen" noch die Klarinette von Matthias Schorn hinzu – sehnsuchtsvolles Finale in der weiten Welt der Berge.

Hans Ackermann, kulturradio

Video: Anna Lucia Richter singt Schubert

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