Max Reger: Piano Concerto - Live Recording
Bild: Avi

Klavier - Max Reger: Klavierkonzert

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Nur selten findet man das Klavierkonzert von Max Reger auf den Konzertprogrammen. Solist und Orchester brauchen dafür aber auch enorme Fähigkeiten, wie diese Neueinspielung eindrucksvoll zeigt.

Eine anspruchsvolle moderne Harmonik, eine vielverzweigte, kaum überschaubare Polyphonie - so könnte man das 1910 komponierte Werk in seiner Struktur beschreiben. "Widerspenstig" nennt Markus Becker diese Musik, die man tatsächlich nur mit höchster Konzentration aufführen kann.

Berge und Riesen

Für Paul Hindemith war Max Reger "der letzte Riese der Musik". Und tatsächlich türmt sich bei Regers Klavierkonzert ein "Berg von Klängen" auf, meint Markus Becker. Zu den technischen Schwierigkeitsgraden des Klavierparts gesellt sich als "schwerste Aufgabe", die Balance zwischen Solo und Orchester zu finden. Hervorragend gelingt Becker dieses  Zusammenspiel mit dem Orchester, das mit der NDR Radiophilharmonie unter Joshua Weilerstein nicht besser ausgesucht sein könnte.

Blitz und Donner

Die Aufnahme ist im Großen Sendesaal des NDR in Hannover entstanden, live mit Publikum. Der donnernde Applaus nach guten 25 Minuten einer Höchstleistung am Klavier ist dabei sicherlich auch als Geräusch einer mächtigen Spannungsentladung zu interpretieren - wie sie nach einer solch aufregenden Musik einfach unvermeidlich ist.

Musik und Poesie

Vergleichsweise zart läßt Markus Becker, Professor für Klavier und Kammermusik an der Musikhochschule in Hannover, das Album dann mit den ersten fünf "Episoden" aus Regers Op. 115 ausklingen. Im gleichen Jahr komponiert wie das Konzert, zeigt sich der Komponist hier von einer geradezu poetischen Seite. Auch diese in höchstem Maße intellektuell anregenden Solowerke wünscht man sich viel öfter auf dem Konzertpodium, im Idealfall mit Markus Becker am Klavier.

Hans Ackermann, kulturradio

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