CD Cover: Ian Bostridge
Bild: Seattle Symphony

Gesang - Ian Bostridge: Berlioz - Ravel - Debussy

Bewertung:

Mit Orchesterliedern von Hector Berlioz, Maurice Ravel und Claude Debussy zeigt sich der britische Tenor Ian Bostridge von seiner "französischen Seite" - mit glänzendem Resultat.

Drei Liederzyklen finden sich auf dieser CD: Maurice Ravels "Shéhérazade", die sechs Sommerlieder, die Hector Berlioz als "Nuits d’été" um das Jahr 1840 veröffentlicht hat, und Claude Debussys "Le Livre de Baudelaire" - vier Lieder, orchestriert von John Adams.

Dialoge

Schon Debussy selbst hatte ursprünglich geplant, die Gedichte von Baudelaire auch als Orchesterlieder herauszugeben. Dieses Vorhaben hat der französische Komponist aber nicht mehr ausgeführt - Gelegenheit für John Adams, immerhin der bekannteste amerikanische Komponist der Gegenwart - diese Lieder als höchst poetische Dialoge zwischen Gesang und Orchester zu gestalten. Dabei sind besonders die Solisten im Orchester gefordert - das Solohorn,  eine einzelne Violine,  ein Cello oder eine Oboe - man hört diese Instrumente in schöner Zwiesprache mit Ian Bostridge.

Vielseitigkeit

Der gebürtige Londoner - der seit vielen Jahren und ganz zurecht bereits für seinen Schubert ebenso wie für seine Britten-Interpretation geschätzt wird - präsentiert sich jetzt auch mit dem ausschließlich französischen Repertoire als überaus stilsicherer Interpret.

Auch diese Sprache scheint wie geschaffen für den Tenor, der sich stimmlich und stimmungsmäßig ebenso in die spätromantische Schönheit der Berlioz-Lieder einzufühlen weiß, wie er die heraufziehende Moderne bei Ravel in feinen emotionalen Nuancen  anklingen lässt.

Höchstleistung

Bei Debussys "Le Livre de Baudelaire" zeigt dann nicht nur der Sänger die Höchstleistung auf diesem Album, sondern auch das hervorragende Orchester aus Seattle. Unter der Leitung von  Ludovic Morlot  bringen die Musiker die klanglich äußerst phantasievollen Bearbeitungen von John Adams detailliert zum Klingen.

Hans Ackermann, kulturradio

Weitere Rezensionen

Johannes Brahms: Klavierquintett op.34 © Myrios
© Myrios

Kammermusik - Johannes Brahms: Klavierquintett op.34

Für das Klavierquintett op. 34 hat sich das renommierte Hagen Quartett Verstärkung aus Berlin geholt – hier lebt der Pianist Kirill Gerstein und lehrt als Professor an der Hochschule für Musik Hanns Eisler.

Bewertung: