CD Cover: Cameron Carpenter
Bild: Sony

Klavier - Cameron Carpenter: "Rachmaninoff: Rhapsodie über ein Thema von Paganini"

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Auf ihrer ersten gemeinsamen CD, noch bevor er als Chef richtig angefangen hat, begleiten Christoph Eschenbach und das Konzerthausorchester Berlin den amerikanischen Organisten Cameron Carpenter bei einer Bearbeitung der Paganini-Rhapsodie von Sergei Rachamninoff und beim berühmten Orgel-Konzert von Francis Poulenc.

Carpenter, zur Zeit des Mitschnitts (2018) Artist in Residence am Konzerthaus, spielt nicht die Orgel des Hauses, sondern die für ihn speziell konstruierte International Touring Organ, auf die er seine Aktivitäten inzwischen weitgehend beschränkt (und die nach dem Konzert auf Konvois verladen und zum nächsten Auftrittsort transportiert werden kann).

Vollendet säkulares Konzertstück

Die durchaus dreiste, gleichsam übergriffige Bearbeitung der Paganini-Rhapsodie (sonst für Klavier) steigert die Brillianz und Präsenz des Solisten enorm. Das Werk, so könnte man einwenden, wird zur Zirkusmusik entstellt – und damit zur Kenntlichkeit; was man sich bei diesem (vielleicht nicht sakrosankten) Stück durchaus gefallen lassen darf.

Die Orgel-Symphonie von Poulenc, ein zentrales Konzertstück aller Organisten, lässt kaum noch Bach-Bezüge, die eigentlich beabsichtigt waren. Sondern präsentiert sich als das vollendet säkulare Konzertstück, dass es zugleich auch ist. Als Zugabe gibt es das furiose Finale aus der 1. Orgelsymphonie (für Orgel solo) von Louis Vierne.

Welcome back!

Angesichts der Tatsache, dass Carmeron Carpenter ein Organist mit nicht religiösem Selbstverständnis ist, der sich für Kino- und alte Kaufhausorgeln fast mehr interessiert als für Kircheninstrumente, ist das Programm ebenso originell wie passend gewählt.

Eschenbach, den mit dem Solisten eine längere Geschichte verbindet, erweist sich als der patente Begleiter, als den man ihn bei solchem Repertoire kennt und schätzt. Das Konzerthausorchester, überfälligerweise, meldet sich zum CD-Markt zurück, von dem es vom bisherigen Chefdirigenten Iván Fischer leider kategorisch fern gehalten worden war.

Welcome back!

Kai Luehrs-Kaiser, kulturradio

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