Cd cover - Hans H. Suh
Bild: Genuin

Klavier - Hans H. Suh: Werke von Beethoven, Liszt, Debussy und Schumann

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In Seoul, New York und Hannover war der junge Pianist Hans H. Suh bisher zu Hause. Mit dem Gewinn des "International German Piano Award" im Rücken zeigt er nun sein großes Talent zum ersten Mal auf CD.

Der Internationale Deutsche Klavierwettbewerb in Frankfurt am Main lockt unter anderem mit einem Preisgeld von 20.000 Euro seit neun Jahren immer wieder erstklassige Nachwuchspianisten an. Zufällig haben in diesem und im vergangenen Jahr Pianisten aus Südkorea gewonnen. der Sieger von 2018, Hans H. Suh, hat nun einen seiner Konzertabende zum CD-Debüt umgemünzt. So bekommt man ganz ungefiltert einen Eindruck von seinem Können und es vermittelt sich etwas von der Spannung eines Konzertauftritts.

Mit der monumentalen h-Moll-Sonate von Liszt im Zentrum und Stücken von Beethoven bis Debussy darum herum konzentriert er sich auf die Romantik und ihre Vor- und Nach-Echos.

Ein gefragter Solist

Das enorme Talent des 28 Jahre alten Hans H. Suh hat sich schon früh gezeigt. Schon als Vorschulkind war er ein Vorzeige-Pianist und –Komponist. Studiert hat er in Seoul, New York und Hannover, neben dem Klavier auch Alte Geschichte. Nun bereitet er sein Konzertexamen vor, ist aber bereits nach mehreren Wettbewerbsauszeichnungen und Tourneen ein gefragter Solist. 

Das zarte Blühen sentimentaler Melodieansätze

Die bei einem Konzert in Wiesbaden aufgenommene CD zeigt Hans H. Suh als einen bravourösen Beherrscher der vollen Dynamik- und Klangfarbenpalette des Klaviers. Seine h-Moll-Sonate ist monumental herausgemeißelt und vergisst darüber auch nicht das zarte Blühen sentimentaler Melodieansätze. Auch in Beethovens Bagatellen setzt er auf Tiefenwirkung durch Kontrast. Folgerichtig lässt er nach dem donnernden Liszt sein Programm mit feinsinnigen Farbenspielen von Debussy und Schumann ausklingen.

Auch wenn er beim Spielen fast unbeweglich am Flügel sitzt, ist Hans H. Suh ein Pianist der Extreme, pianistische Grenzen scheint er nicht zu akzeptieren. Ein Glück.

Dirk Hühner, kulturradio

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