Henry Purcell: "Dido & Aeneazz"
Bild: Pentatone

Kammermusik - Henry Purcell: "Dido & Aeneazz"

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Zusammen mit einem Trio um den Jazztrompeter Eric Vloiemans präsentiert das niederländische Holzbläserquintett Calefax eine moderne Instrumentalfassung der Oper "Dido und Aeneas" von Henry Purcell.

Die Themen und Arien der mehr als 300 Jahre alten englischen Barockoper hat der Saxophonist des Ensembles Raaf Hekkema "recomposed". Ein Begriff, der die weitreichende Bearbeitung meint – einschließlich der Freiheit, dem Original auch neue Töne hinzuzufügen. Hinzu kommen fünf gänzlich neue Kompositionen von Eric Vloiemans, der mit Titeln wie "Love Dance" oder "Sailors and Witches" erzählerische Motive der Oper aufnimmt.

Verwandlung

Und so erkennt man zwar die originalen Arien und Tänze wieder, aber Didos berühmte Klage "When I am laid in earth" endet von irdischer Schwere befreit im modernen Kammermusikjazz – eine Kategorie, die so eigentlich nicht existiert. Doch wie soll man die fließende Verwandlung beschreiben, wenn die originale Melodie durch fünf Holzbläserstimmen wandert, um dann von Eric Vloiemans in ein expressives Trompeten-Solo aufgelöst zu werden? Der Kontrabassist tupft dazu tiefe Töne, während ein dezenter Schlagzeuger auf moderne Beats verzichtet und lieber gefühlvoll mit dem Besen über die Snaredrum streicht.

Hexerei

Denn der respektvolle Umgang mit dem Original ist seit mehr als 30 Jahren ein Markenzeichen dieses besonderen Ensembles. Und so wird Henry Purcells barocke Mehrstimmigkeit stilsicher in unsere Zeit geholt, mit Oboe, Klarinette, Altsaxofon, Fagott und Bassklarinette, einer strahlenden Trompete und verschmitzten Einwürfen aus der Rhythmusgruppe. Davon profitieren dann auch die Hexen, die in der Oper mehrfach auftreten und auch auf diesem Album in allerlei Verkleidungen musikalisch durch die Lüfte fliegen – moderner Purcell, der darüberhinaus Lust macht, auch wieder mal das barocke Original zu hören.

Hans Ackermann, kulturradio

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