Clara & Robert Schumann - Marie Vermeulin
Bild: Paraty

Klaviermusik - Marie Vermeulin: Clara & Robert Schumann

Bewertung:

Im Herbst feiert die Klavierwelt den 200. Geburtstag von Clara Schumann. Schon jetzt hat die französische Pianistin Marie Vermeulin für diesen Anlass ein durchdachtes Programm zusammengestellt.

Mit den "Soirées musicales Op.6" und der "Romanze ohne Opus" sind Beginn und Schluss des Albums für Clara Schumann reserviert. Dazwischen hat die 1983 bei Paris geborene Marie Vermeulin zwei Zyklen von Robert Schumann platziert: die "Kinderszenen Op. 15" und die "Waldszenen Op. 82".

Vorbild

Clara Schumanns "Soirées musicales op. 6" sind hörbar von Frederic Chopin beeinflusst. Die romantische Suite beginnt mit einer Toccatina als Vorspiel, gefolgt von einem versonnenen Notturno, abgerundet mit Mazurka, Ballade und einer Polonaise - ein gelungener Auftakt, der natürlich wieder einmal die Frage aufwirft, warum Clara Schumann nicht viel mehr solcher Stücke auf dem Notenpapier festgehalten hat.

Verzicht

Erklärung Nummer 1: Ehemann Robert wollte seiner als Pianistin höchstbegabten Frau das Komponieren nicht so recht gestatten - wenngleich dieses Denken eigentlich nicht zu einem musikalisch so fortschrittlichen Künstler zu passen scheint. Erklärung Nummer 2: wer mit 33 Jahren schon sieben Kinder zur Welt gebracht hat, wird wenig Zeit zum Komponieren gehabt haben. Erklärung Nummer 3: Clara selbst hat ihren musikalischen Einfallsreichtum nicht allzu hoch geschätzt, das Booklet zitiert verschiedene diesbezügliche Aussagen.

Kostbar

Mit Robert Schumanns "Kinderszenen" und den anschließenden "Waldszenen" hat Marie Vermeulin zwei Werke ausgewählt, die keine Konkurrenz, wohl aber ein höchst poetisches Verhältnis zwischen den beiden Liebenden veranschaulichen: Zwei Künstler im "selben Universum", wie Vermeulin ihr Gesamtkonzept beschreibt - das sie mit feinem Gespür für die lyrische Klaviererzählung und mit klarer Klangvorstellung auf einem Bösendorfer-Flügel umsetzt. Die kostbare Musik der Schumanns ist bei Marie Vermeulin in jeder Hinsicht in sehr guten Händen.

Hans Ackermann, kulturradio

Weitere Rezensionen

Elina Garanca: "Sol y vida"
Deutsche Grammophon

Solistin - Elīna Garanča: Sol y Vida

Auf ihrem neuen Album "Sol y Vida" widmet sich die lettische, in Spanien lebende Mezzo-Sopranistin Elīna Garanča etlichen spanischen, südamerikanischen und italienischen Liedern und Canzonen; arrangiert, zum Teil auch etwas kandiert und geliert mit Orchester.

Bewertung:
Stefan Kießling Spielt | Plays Bach
ortus

Orgel - Stefan Kießling Spielt | Plays Bach

Der Organist Stefan Kießling stammt aus Görlitz, hat auch eine Zeit lang in Cottbus gelebt. Und er hat beim rbb schon einige Konzertaufnahmen gemacht - die letzte vor zwei Jahren im Rahmen des "Brandenburger Orgelmonats", den wir ja immer im Oktober veranstalten. In den letzten Jahren war Stefan Kießling als Assistenzorganist an der Thomaskirche in Leipzig tätig, hat also über dem Grab von Johann Sebastian Bach Dienst getan. Inzwischen ist er weltweit als "reisender Orgelvirtuose" unterwegs  - und stellt nun sein Debüt auf CD vor.

Bewertung:
CD Cover: Ian Bostridge
Seattle Symphony

Gesang - Ian Bostridge: Berlioz - Ravel - Debussy

Mit Orchesterliedern von Hector Berlioz, Maurice Ravel und Claude Debussy zeigt sich der britische Tenor Ian Bostridge von seiner "französischen Seite" - mit glänzendem Resultat.

Bewertung: