Stefan Kießling Spielt | Plays Bach
Bild: ortus

Orgel - Stefan Kießling Spielt | Plays Bach

Bewertung:

Der Organist Stefan Kießling stammt aus Görlitz, hat auch eine Zeit lang in Cottbus gelebt. Und er hat beim rbb schon einige Konzertaufnahmen gemacht - die letzte vor zwei Jahren im Rahmen des "Brandenburger Orgelmonats", den wir ja immer im Oktober veranstalten. In den letzten Jahren war Stefan Kießling als Assistenzorganist an der Thomaskirche in Leipzig tätig, hat also über dem Grab von Johann Sebastian Bach Dienst getan. Inzwischen ist er weltweit als "reisender Orgelvirtuose" unterwegs  - und stellt nun sein Debüt auf CD vor.

Stefan Kießling spielt mitreißend und registriert sehr farbig. Inspiriert zu dieser CD haben ihn vor allem Erfahrungen, die er bei seinen Auftritten in Russland machen durfte. Als "Botschafter für Bach" aus Leipzig trifft er in Russland auf viel Gegenliebe. "Das Publikum liebt Bach", sagt er und so bestreitet er anderthalbstündige Konzerte ausschließlich mit seiner Musik. Das wäre so in Deutschland nicht möglich.

Gut hörbare Polyphonie

Interessanterweise wurden die beiden Orgeln, an denen Stefan Kießling die Aufnahmen gemacht hat, in Deutschland gefertigt. Deutsche Orgelbaubetriebe sind sehr aktiv in Russland. Die Firma Schuke aus Potsdam hat bereits zu DDR-Zeiten schon etliche Instrumente in die damalige Sowjetunion geliefert.

Auch die Orgel im Saal des Konservatoriums von Nischni Nowgorod entstand Ende der 1960er Jahre. Das Instrument hat einen sehr klaren, obertonreichen Klang, ist daher für Bach sehr gut geeignet. Und der Saal hat dazu auch noch eine sehr trockene Akustik, so dass die Polyphonie, die Linien wirklich gut hörbar sind.

Die zweite Orgel, die Stefan Kießling aufgenommen hat, stammt von der saarländischen Firma Hugo Mayer und steht in einer entwidmeten Kirche, dem heutigen Kammermusiksaal der Stadt Kirow. Sie hat klanglich einen deutlich französischeren Einschlag.

Durchhörbarkeit bleibt gewahrt

Stefan Kießling registriert sehr feinsinnig, wählt mit Bedacht die Klangfarben. Ein Organist ist ja nicht nur Interpret, sondern auch Klanggestalter, denn Johann Sebastian Bach hat in seinen Notenhandschriften nicht vermerkt, welche Register der Organist auswählen soll, zumal jede Orgel eine andere Zusammensetzung von Registern hat.

Und einen guten Organisten macht eben aus, dass er auch die richtigen miteinander kombiniert. Da ist Stefan Kießling ein wahrer Meister! Er nutzt die unterschiedlichen Klangfarben optimal, um die Linien im Geflecht der Polyphonie hörbar zu machen. Und das gelingt ihm so gut, dass er es sich erlauben kann, gelegentlich raschere Tempi zu wählen als viele Kollegen, weil die Durchhörbarkeit trotzdem gewahrt bleibt!

Claus Fischer, rbbKultur

Weitere Rezensionen

Adolfo Gutiérrez Arenas: Antonín Dvořák: Cello Works
Ibs Classical

Cellokonzerte - Adolfo Gutiérrez Arenas: "Antonín Dvořák: Cello Works"

In Spanien ist er schon länger sehr erfolgreich, seit einigen Jahren tritt er zunehmend auch international auf: Der Cellist Adolfo Gutiérrez Arenas wurde 1975 in München als Sohn spanischer Eltern geboren, begann zunächst mit dem Klavier und wechselte im Alter von 14 Jahren zum Cello.

Bewertung:
East and West © Ars Produktion
Ars Produktion

Klavier - "East and West"

Ihre griechischen Vorfahren lassen Danae Dörken nicht los. Auf der Insel Lesbos hat sie ein Festival gegründet und ihre neue CD beginnt mit griechischer Musik. Sie ist der Ausgangspunkt einer Identitäts-Erkundung zwischen Ost und West.

Bewertung: