Ensemble Diderot: The London Album | The Paris Album © Audax Records
Bild: Audax Records

Alte Musik - Ensemble Diderot: "The Paris Album" | "The London Album"

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Triosonaten-Doppelschlag mit dem Ensemble Diderot: The Paris Album und The London Album

Der Geiger Johannes Pramsohler ist derzeit einer der innovativsten Musiker im Bereich der Alten Musik: Mit seinem Ensemble Diderot hat er bereits viele bislang unbekannte Werke eingespielt und manche Schätze der barocken Streicherkunst gehoben. Jetzt macht er gleich mit einem Doppelschlag auf sich aufmerksam: Erschienen sind zwei Alben mit barocken Triosonaten aus der englischen und aus der französischen Tradition: The London Album / The Paris Album.

Weitgehend unbekanntes Repertoire

Wieder einmal erweist sich Johannes Pramsohler als hervorragender Kenner und Dramaturg eines weitgehend unbekannten Repertoires; beide CDs enthalten zu großen Teilen Weltersteinspielungen. Das "London Album" ist maßgeblich von Henry Purcell geprägt und zeigt recht deutlich die Orientierung der englischen Barockmusik an italienischen Vorbildern. Ganz anders klingt dagegen die Musik, die zeitgleich in Paris entstanden ist. Die Triowerke von Campra, Rebel, Couperin und anderen sind wesentlich mehr über Tanzrhythmen definiert und klingen in ihrer harmonischen und dynamischen Abwechslung höchst originell.

Präzise und ausdrucksstark

Das Ensemble Diderot hat beide CDs in Viererbesetzung eingespielt und erzeugt damit einen wunderbar ausdrucksstarken Klang. Die beiden Geiger – Johannes Pramsohler und Roldán Bernabé – ergänzen sich hervorragend; sie passen hinsichtlich ihrer Spielweise und Instrumente bis in kleinste Details sehr gut zusammen und werden damit als Einheit wahrgenommen. Der Cembalist Philippe Grisvard ist ein feinfühliger und fantasievoller Continuospieler, er wird verstärkt von dem Gambisten Eric Tinkerhess (Paris Album) bzw. vom Cellisten Gulrim Choi (London Album). Trotz dieser interpretatorischen Perfektion könnte man sich den Continuo etwas kräftiger und mit ein wenig instrumentaler Abwechslung vorstellen (Orgel, Theorbe, Violone).

Bernhard Schrammek, rbbKultur

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