Gustav Mahler: Titan © Harmonia Mundi
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Eine Tondichtung in Sinfonieform - Gustav Mahler: "Titan"

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Von der Sinfonie Nr. 1 von Gustav Mahler existiert eine Frühfassung unter dem Titel "Titan"“. Jetzt hat der Dirigent Francois-Xavier Roth mit seinem Ensemble Les Siècles das Werk neu aufgenommen. Kllingt es auch so neuartig?

Gustav Mahler konzipierte seine Sinfonie Nr. 1 ursprünglich als "Eine Tondichtung in Sinfonieform". Für die zweite Aufführung in Hamburg 1893 (nach der Uraufführung in Budapest 1889) schrieb er dann für das zweitteilige Werk sogar ein detailliertes Programm, ähnlich wie man es von Richard Strauss’ Tondichtungen kennt. Erst später zog sich Mahler von diesem Weg wieder zurück, strich den ursprünglichen 2. Satz ("Blumine") und wandelte sich zu jenem Sinfoniker, den wir kennen.

Historisch informiert

Jetzt hat der französische Dirigent Francois-Xavier Roth das Werk erstmals nicht nur nach der Neuen Kritischen Gesamtausgabe, sondern auch versehen mit allen Überschriften auf CD eingespielt. Vom Notentext her sind keine erdrutschartigen Änderungen zu erwarten. Zuvor indes gab es diese Frühfassung (und ohne die Überschriften) nur in einer Aufnahme unter Thomas Hengelbrock mit einem traditionellen Orchester. Nicht wie hier mit einem historisch informierten Ensemble.

Luftig

Roth schlägt eine flotte Gangart an und bevorzugt ein poröses, luftiges Klangbild, wodurch das Werk ganz entschieden "entwagnerisiert" und stattdessen stärker "schubertisiert" wird. Man hört die Herkunft aus der Romantik. Wodurch das Naturmalerische, Naturidyllische beider Teile (betitelt "Aus den Tagen der Jugend, Blumen-, Frucht- und Dornstücke" sowie "Commedia humana") stärker hervortritt denn je.

Roths eigenes Ensemble "Les Siècles", gegründet 2003, hat sich darauf spezialisiert, historische Werke vom 17. Jahrhundert bis zur Gegenwart mit dem jeweils angemessenen Instrumentarium aufzuführen; also mit jenen Instrumenten, für die der Komponist schrieb und die er erwarten durfte. Dies ist für den schönen Fortschritt

Kai Luehrs-Kaiser, rbbKultur

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