Sir Thomas Beecham | Renée Fleming: Lieder | Schubert: Die Frühen Klaviersonaten © ica Classics | Decca | eaSonus
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Dreier-Pack - Schubert: Die Frühen Klaviersonaten | Sir Thomas Beecham | Renée Fleming: Lieder

Trotz angeblicher Krise des CD-Marktes steigen die Veröffentlichungszahlen zumindest bei den kleineren Labels immer noch an. Deswegen überwiegen in unserem heutigen Dreier-Paket mit CD-Sets – die kleinen Firmen.

Schubert: Die Frühen Klaviersonaten

Bei "eaSonus" hat Elisabeth Leonskaja, eine der großen Schubert-Interpretinnen der Gegenwart, ihren Zyklus mit sämtlichen Sonaten des Wiener Romantikers komplettiert. Ihr Set mit späten Sonaten ging vor einigen Jahren voraus; hier spielt sie die ersten zehn Klaviersonaten Schuberts (ausgehend von D. 157).

Derlei ist eher selten. Denn außer den alten Recken wie Wilhelm Kempff und Paul Badura-Skoda (und, neueren Datums, Andras Schiff) gibt es Gesamtaufnahmen von Schuberts Sonaten nicht oft.

Leonskaja vereint den weichen Anschlag ihres Vorbilds Svjatoslav Richter mit einem "trudeligen" Wiener Tiefsinn, den sie in ihrer Wahlheimat gelernt hat (sie wohnt auf der Wieden in Wien). Immerhin: Wohl das Hauptwerk dieser Pianistin!

4*

Sir Thomas Beecham

Der britische Dirigier-Legende Thomas Beecham (gest. 1961) gründete allein in London zwei Orchester – darunter das Royal Philharmonic Orchestra, mit dem er auf dieser Live-Box mit drei CDs (bei "ica Classics") zu hören ist.

Außerdem war er der vielleicht einzig waschechte Sanguiniker der Dirigenten-Geschichte. Er verstand es nicht nur, süffiger, lässiger und genussfreudiger zu dirigieren als alle anderen, sondern sein Publikum regelmäßig zu seinen eigenen, privaten Musikvorlieben zu verführen. Die Haydn-Begeisterung Großbritanniens geht nicht zuletzt auf sein Konto.

Die BBC-Aufnahmen dieser kleinen Box bieten reizvolle Petitessen wie die Ballett-Suite "Zémire et Azor" von Grétry, die Gwendolyne-Ouvertüre von Chabrier und Symphonien von Balakirev, Lalo und Méhul: Spezialschwächen gleichsam, wie sie nur ein Mann wie Beecham durchsetzen konnte. Wären doch heutige Dirigenten nur halb so dickköpfig wie er!

4*

Renée Fleming: Lieder

Die amerikanische Sopranistin Renée Fleming, die vorletztes Jahr ihre Opernkarriere beendete, führt ihre Lied-, Musical- und Konzertkarriere weiter. Ausdruck davon ist das gemischte Programm aus Schumanns "Frauenliebe und –leben" und Brahms-Liedern, begleitet von Hartmut Höll und aufgenommen 2017 in Budapest, sowie einer Live-Aufnahme der Rückert-Lieder von Mahler aus dem Jahr 2010 (dirigiert in München von Christian Thielemann).

Schönes Flickwerk, gewiss, aber für Freunde sahniger Spitzentöne reizvoll und rar genug. All dies sind Tipps, die man im Vorübergehen beherzigen kann, ohne jeden Kaufdruck und Ausrufungszeichen.

3*

Kai Luehrs-Kaiser, rbbKultur

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Französische Romanik auf 10 CDs - The French Romantic Experience. Bru Zane discoveries in 19th-century music

In den zehn Jahren seines Bestehens ist über den Palazzetto Bru Zane, der hier eine Quersumme seiner Wiederentdeckungen auf 10 CDs versammelt hat, sehr viel geschrieben worden. Vielleicht zu viel. Immerhin gelang es der Erbin eines französischen Pharmakonzerns, Nicole Bru, eine ganze Epoche wieder ins Spiel zu bringen, die auch in Frankreich gründlich vergessen war: die französische Romantik. Man mag dabei an Madame de Staël und Victor Hugo, in der Malerei an Delacroix denken. Aber in der Musik? Dort stellte die französische Romantik bislang keine prominente Epoche dar – wenn man sie überhaupt als solche gelten lassen will.

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