Pan-American Reflections; © Linn Records
Bild: Linn Records

Orchester - "Pan-American Reflections"

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Die Sinfonien von Aaron Copland und Carlos Chavez sind zentrale Werke der amerikanischen Moderne, komponiert 1935 und 1946.

Aaron Copland wurde im Jahr 1900 in New York geboren, sein Freund und Kollege Carlos Chavez 1899 in Mexiko-City. Beide haben in ihren Ländern die Musik des jeweils anderen bekanntgemacht, gleichzeitig mit ihren eigenen Werken den Nationalstil ihres jeweiligen Heimatlandes mitbegründet. Das Album ist der lebenslangen Verbundenheit der beiden Komponisten gewidmet.

Reflexiv

So wie Copland in seiner Sinfonie Nr. 3 mexikanische Rhythmen verwendet, finden sich bei Carlos Chavez immer wieder Elemente aus der nordamerikanischen Musiktradition. Aaron Copland ist in Europa vor allem mit seiner "Fanfare for the Common Man" berühmt geworden – tatsächlich verbindet er diese patriotische Melodie im Schlusssatz seiner dritten Sinfonie mit mexikanischer Tanzfreude. Es entsteht eine "panamerikanische Reflexion", die dem Album den Titel gibt.

Panamerikanisch

Das "Orchestra of the Americas" verkörpert den panamerikanischen Gedanken bereits im Namen: die Musiker dieses jugendlichen Orchesters stammen aus nahezu allen Ländern des gesamten amerikanischen Kontinents. So wie die berühmte Schnellstraße "Panamericana" Alaska und Feuerland verbindet, stammen die Musiker aus den USA und Kanada, aus Brasilien und Chile, aus Argentinien, Venezuela und Mexiko.

Ebenbürtig

Überall dort, aber auch in Berlin und London hat der mexikanische Dirigent Carlos Miguel Prieto schon gezeigt, welche dynamische Kraft in der Musik seines Heimatlandes liegt. Die hier temperamentvoll eingespielte "Sinfonia Nr. 2" stellt den mexikanischen Komponisten Carlos Chavez ganz zutreffend auf eine Stufe mit Aaron Copland.

Hans Ackermann, rbbKultur

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