Robert Schumann: Die Violinsonaten © Alba Records
Bild: Alba Records

Kammermusik - Robert Schumann: Die Violinsonaten

Bewertung:

Späte Kammermusik - erst wenige Jahre vor seinem Tod komponierte Robert Schumann zum ersten Mal für Violine und Klavier.

Die drei kammermusikalischen Werke aus dem Zeitraum 1851 bis 1853 hat Schumanns Ehefrau Clara zusammen mit dem Geiger Joseph Joachim uraufgeführt. Auch nach dem Tod des Komponisten 1856 gehörten die Sonaten über viele Jahre zum festen Repertoire der Konzerte, die Clara Schumann zum Andenken an ihren Mann veranstaltet hat. Heute stehen die drei Werke meist ein wenig im Schatten der drei Brahms-Sonaten für die gleiche Besetzung.

Liebespaar

Wie ein Liebespaar umschlingen sich auch bei Schumann die beiden Instrumente - wer diesen Komponisten mit dem Herzen hört, wird die Interpretation der beiden finnischen Musiker mögen. Emotional, aber ohne Überschwang der Gefühle, präsentieren Eriikka Maalismaa und Emil Holmström "ihren" Schumann.

Originalklang

Gespielt wird auf Instrumenten der damaligen Zeit: Holmström verwendet einen Erard-Flügel von 1861, Eriikka Mallismaa hat Darmsaiten auf ihre Geige aufgezogen -  authentische und unaufdringliche Klänge sind die Folge.

Schönheit

Wie viele bedeutende Komponisten hat sich auch Robert Schumann nicht davor gescheut, eigene Ideen mehrfach zu verwenden: "Intermezzo" und "Finale" der dritten Sonate sind identisch mit dem zweiten und vierten Satz der "FAE"-Sonate. Dieses Werk hatte Schumann 1853 zusammen mit Johannes Brahms und Albert Dietrich zum Geburtstag von Joseph Joachim komponiert. Schon dort gehörte das "Intermezzo"  zum schönsten, was Schumann der Nachwelt hinterlassen hat - nicht verwunderlich, dass Schumann diesen Satz in seiner letzten Sonate für Klavier und Violine noch einmal verwendet hat.

Hans Ackermann, rbbKultur

Weitere Rezensionen

Ludwig van Beethoven: Sämtliche Klaviersonaten | Fazil Say, Klavier © Plg Classics (Warner)
© Plg Classics (Warner)

CD-Box - Ludwig van Beethoven: Sämtliche Klaviersonaten | Fazil Say – Klavier

Zur Feier von Beethovens 250. Geburtstags (und seines eigenen 50. Wiegenfestes) gehört der türkische Pianist Fazil Say zu den wenigen, denen ein gesamter Sonaten-Zyklus des Jubilars gestattet wird. Ein gewisse Unschuld des unverbrauchten Blicks liegt über dem Ganzen, denn Say hat für die Box einige Sonaten erst einstudiert.

Bewertung:
Haydn & Stamitz © Pentatone
Pentatone

CD-Kritik - "Haydn & Stamitz"

Die australische Flötistin Ana de la Vega wurde 2018 mit ihrer Aufnahme der Mozart-Konzerte ganz plötzlich zum Kritiker- und Publikumsliebling. Gemeinsam mit dem spanischen Oboisten Ramón Ortega Quero spielt sie nun Doppelkonzerte von Haydn und Stamitz und bleibt damit ihrer klassischen Linie treu.

Bewertung:
Tschaikowski und Barber - Violinkonzerte; Montage: rbbKultur
BIS

CD-Kritik - Tschaikowski & Barber: Violinkonzerte

Mit seiner neuen Einspielung der Violinkonzerte von Peter Tschaikowski und Samuel Barber gelingt dem jungen schwedischen Geiger Johan Dalene ein bemerkenswerter Beitrag zum "Geigenjahr" 2020.

Bewertung: