Cover: Heinrich Ignaz Biber: Fidicinium Sacro-Profanum
Bild: Accent

12 Sonaten - Heinrich Ignaz Franz von Biber: "Fidicinium Sacro-Profanum"

Bewertung:

Heinrich Ignaz Franz von Biber hat Ende des 17. Jahrhunderts hochvirtuose Werke komponiert. Die zwölf Sonaten auf dieser CD halten ein Höchstmaß an abwechslungsreichen Strukturen bereit.

Interessante Unterschiede

Heinrich Ignaz Franz von Biber muss am Ende des 17. Jahrhunderts einer der besten Geiger in Europa gewesen sein. Als Hofmusiker des Fürsterzbischofs von Salzburg hat er hochvirtuose Werke komponiert, allen voran die berühmten "Rosenkranzsonaten".

Nicht minder eindrucksvoll (aber viel weniger bekannt) ist Bibers Sammlung "Fidicinium Sacro-Profanum" von 1683 für vier- bis fünfstimmiges Streicherensemble. Die zwölf Sonaten halten ein Höchstmaß an abwechslungsreichen Strukturen bereit und sollten – wie im Titel formuliert wird – "tam choro quam foro" ("sowohl in der Kirche als auch auf dem Marktplatz") zur Aufführung kommen.

Differenzierte und spannungsreiche Interpretation

Das Ensemble Harmonie Universelle unter Leitung von Florian Deuter und Mónika Weisman hat sich seit vielen Jahren auf die Streichermusik des späten 17. und beginnenden 18. Jahrhunderts spezialisiert; Bibers "Fidicinium Sacro-Profanum" ist bei diesen Musikern bestens aufgehoben.

In der Interpretation des achtköpfigen Ensembles (davon vier Continuo-Musiker) werden Bibers Werke klanglich sehr wirkungsvoll zwischen Kammer- und Orchestermusik angesiedelt. Die vielen Kontraste in den Sonaten sind klar herausgearbeitet, auf engstem Raum wechseln ruppige und wilde mit wunderbar ruhigen, milden Klängen. Obgleich hier eine Sonate auf die andere folgt, wird das Hören nie langweilig.

Großer Pluspunkt Orgel

Ganz entscheidend für den differenzierten Klangcharakter dieser Einspielung ist der Einsatz einer historischen Orgel (und nicht einer meist unhörbaren Truhenorgel) für den Continuo.

Dafür hat sich das Ensemble zur Aufnahme in die Klosterkirche Niederehe (am Rande der Vulkaneifel) begeben, wo sich eine wunderbar klangschöne Orgel von 1714 befindet. Mit ihren klangprächtigen und farbigen Stimmen "vergoldet" dieses Instrument, gespielt von Francesco Corti, die Neuproduktion dieser Biber-Sammlung.

Bernhard Schrammek, rbbKultur

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