Alon Sariel/Concerto Foscari: Rembrandt!; Montage: rbbKultur
Bild: Querstand

Alte Musik - "rembrandt!"

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Der Mandolinen-Virtuose Alon Sariel spielt Musik aus der Zeit Rembrandts. Dabei kommt es natürlich auf Farben und Texturen an. Aber auch auf die Internationalität und Vielfalt der Stadt Amsterdam zur Zeit Rembrandts. Dies spiegelt sich auch im Programm wieder.

Alon Sariel hätte sehr gerne zur Zeit Rembrandts gelebt, dessen 350-jährigen Todestag wir dieses Jahr begehen. Deshalb wählte er Musik aus, die er mit diesem Maler und dessen Bildern verbindet. Dabei ging er in jeder Hinsicht sehr frei vor. Die Komponisten lebten in der Mehrzahl entweder eher vor oder auch nach Rembrandt. Vieles wurde auch arrangiert und frei improvisierend gedeutet. Gerne hätte man noch mehr als die zwei reinen Lautenstücke gehört, denn schließlich war die Laute das wichtigste Instrument der Zeit. Die Idee ist also die einer Fantasie-Reise, nicht einer historischen Dokumentation.

Die Stücke für Flöten, Geigen oder Gambe wurden so aufgenommen, als befänden wir uns in einem Herrenhaus der Zeit. Das muss nicht jedem gefallen, es ist schon sehr speziell. Bei den Streichern setzte man bewusst auf einen eher silbrigen als satten Klang, ganz im Gegensatz zu dem, was man heute häufig auf CDs zu hören bekommt.

Amsterdam war eine reiche Stadt, in jeder Hinsicht. Viel Geld, viel Kultur – das ist auch heute noch eine gültige Gleichung. Allerdings stammte das Geld aus den Kolonien, war also fast immer mit Sklaverei und Blut verbunden. Das sollte man bei aller Schönheit nicht vergessen.

Die CD regt vor allem auch dazu an, die Bilder der Zeit anders anzuschauen, z. B. gegenwärtig im Museum Barberini in Potsdam in der Ausstellung "Wege zum Barock".

Clemens Goldberg, rbbKultur

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