Julian Steckel: Kodály; Montage: rbbKultur
Bild: CAvi

Kammermusik - "Kodály"

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Der Cellist Julian Steckel ist längst kein Geheimtipp mehr. 2010 gewann er den ARD-Musikwettbewerb, 2012 wurde er als Nachwuchskünstler mit dem Echo-Klassik-Preis ausgezeichnet. Auf seiner neuen CD hat er sich ganz dem ungarischen Komponisten Zoltán Kodály gewidmet.

Hauptwerk auf dieser CD ist die Sonate für Cello solo op. 8 von 1915. Steckel bezeichnet sie als einen "Achttausender der Celloliteratur". Kodály kennt man vielleicht als Vater der folkloristisch geprägten ungarischen Moderne, als Musikethnologen und Musikpädagogen, der seinen gleichaltrigen Landsmann Béla Bartók zum Sammeln von Volksmusik aus der ungarischen Provinz anregte.

Eigenheiten der ungarischen Volksmusik, wie Pentatonik, eine rhapsodische Melodik und eine der ungarischen Sprache abgelauschter Rhythmik, führten ihn zu einem völlig neuen musikalischen Stil.

Der "Achttausender der Celloliteratur"

Julian Steckel spielt diese erratische, sehr herbe Musik unglaublich farbenreich, expressiv, zugleich aber auch rhythmisch höchst präzise. Er weiß genau, was er mit dieser Musik sagen will und lässt sich nicht ins Vage wegtragen von ihrem oft freien und beinahe wie improvisiert wirkenden Melos. Im virtuosen Finalsatz der Sonate kann man Steckels atemberaubende Technik bestaunen.

Cellist Julian Steckel im kulturradio-Studio; Foto: Carsten Kampf
Julian SteckelBild:

Gleichgesinnte musikalische Partner

Die Geigerin Antje Weithaas ist Steckels absolut brillante Partnerin in Kodálys Duo für Cello und Violine op.7. Ihr spannungsgeladenes, elektrisierendes Spiel reißt mit. Ihr Funke springt auch unmittelbar über auf den Cellisten, der sich anstecken lässt von ihrer Leidenschaft.

Kodálys Sonatina für Cello und Klavier lässt 1922 deutlich den Einfluss Debussys erkennen. Gemeinsam mit Paul Rivinius gelingt Steckel auch hier eine hoch musikalische, intim "sprechende" Interpretation.

Julia Spinola, rbbKultur

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