Kantaten der Bach-Familie © Ricercar
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Alte Musik - Kantaten der Bach-Familie

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Kantaten der Bach-Familie mit Vox luminis

Der Stammbaum der Familie Bach ist beeindruckend: Rund 80 Vertreter dieser weit verzweigten Dynastie waren in der Barockzeit vor allem im thüringischen Raum als Musiker aktiv. Darunter befanden sich Organisten, Stadtpfeifer, Kantoren, Sänger und Hofmusiker. Auf der neuen CD des belgischen Ensembles Vox luminis sind immerhin Kompositionen von vier "Bachen" zu hören. Besonders schön ist dabei die Verbindung von Kantaten des 17. Jahrhunderts (komponiert von Heinrich, Johann Christoph und Johann Michael Bach) mit einer frühen Kantate Johann Sebastian Bachs. Die enge Beziehung des späteren Thomaskantors zur Musik seiner Vorfahren wird damit ganz unmittelbar hörbar.

Emotionale Werke

Es ist insbesondere der Eisenacher Stadtorganist Johann Christoph Bach, der in seinen Werken faszinierende Emotionen freisetzt. In ihrer Ruhe und Innigkeit berührend ist etwa die Kantate "Herr, wende dich und sei mir gnädig"; ein richtiges "Knallerstück" inklusive Schlachtgemälde mit Trompeten und Pauken dagegen ist die Michaeliskantate "Es erhub sich ein Streit". Vox luminis unter Leitung von Lionel Meunier drückt diese unterschiedlichen Ausdrucksphären jeweils adäquat aus und musiziert sowohl vokal als auch instrumental mit größter Präzision. Ein besonderer Höhepunkt der CD ist die Einspielung der Kantate "Christ lag in Todesbanden" von Johann Sebastian Bach. Vox luminis arbeitet hier sehr überzeugend die Choralmelodie heraus, achtet auf die Deklamation des Textes und lässt auf diese Weise den frühen Bach funkeln und schimmern.

"Große Orgel"

Schon in der Besetzungsliste des Ensemble ist verzeichnet, dass hier vom Organisten Bart Jacobs eine „große Orgel“ als Continuo-Instrument verwendet wurde. Das ist akustisch ein enormer Gewinn: Basslinie und die maßgebenden Harmonien sind auf diese Weise viel besser wahrnehmbar, zumal es sich um die Rekonstruktion einer Barockorgel mit entsprechend farbigen Stimmen handelt.

Bernhard Schrammek, rbbKultur

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