CD Cover: Jacques Offenbach: La Perichole
Bild: Bru Zane

Operetten - Jacques Offenbach: La Périchole

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Offenbachs "La Périchole", zum 200. Geburtstag des Komponisten dirigiert von Marc Minkowski, das bedeutet die lang erwartete Fortsetzung eines Offenbach-Zyklus des wichtigsten Dirigenten auf diesem Felde.

Obwohl von der historischen Aufführungspraxis herkommend, hatte Minkowski mit "Orphée aux Enfers" (mit Natalie Dessay) und "La belle Hélène" (mit Felicity Lott) vor Jahren die wichtigsten CD-Zeugnisse der Offenbach-Diskographie überhaupt geliefert.

Inzwischen ist er Chefdirigent der Opéra de Bordeaux (wo es aber auch angeblich schon im Gebälk knirscht). Seine Protagonisten sind keine Stars. Und das bringt hier einen leichten Stadttheater-Eindruck mit sich. Es begrenzt das Ergebnis klar.

Es ruckelt beträchtlich vorn an der Rampe

Die Hauptdarstellerin Aude Extrémo verfügt über einen glutroten, etwas schwergängigen, sogar temperamentsschwachen Mezzo-Sopran. Was der Komik schadet.

Der Live-Eindruck nützt der peruanischen Liebesgeschichte um eine Straßensänger schon. Doch es rumpelt und ruckelt doch auch beträchtlich vorn an der Rampe. 

Bleibt hinter den hohen Erwartungen ein wenig zurück

Hinzu kommt, dass zum großen Offenbach-Jubiläum die erste Gesamtaufnahme von einer der anderen 98 Offenbach-Operetten dringender gewesen wäre (z.B. "Madame Favart"). Oder noch besser: Eine Féerie, z.B. "Roi Carotte", wo eine Möhre zum Staatschef ausgerufen wird.

So bleibt dieser – gleichwohl – Höhepunkt der Offenbach-Ausbeute dieses Jahres (auf CD) leider hinter den hohen Erwartungen ein wenig zurück.

Kai Luehrs-Kaiser, rbbKultur

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