The Fellini Album; Montage: rbbKultur
Bild: DECCA

Filmmusik - "The Fellini Album"

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Riccardo Chailly dirigiert Filmmusik von Nino Rota, dem Komponisten für zahlreiche Filme von Federico Fellini. Ist das nicht ein bisschen unter der Würde eines solchen Dirigenten der absoluten Weltspitze?

Nino Rota, Komponist sämtlicher Fellini-Filme bis zu seinem Tod 1979 (sowie auch bei etlichen Filmen von Visconti, Zeffirelli, Coppola u.a.) gehört zu den besten Filmmusik-Schaffenden aller Zeiten. An Hinweisen auf diese Tatsache hat es von seiten großer Dirigenten auch nie gefehlt. Schon Riccardo Muti widmete mehrere Alben dem sich als klassisch verstehenden Komponisten (der nur im Film-Genre mehr Erfolg hatte).

Mit Riccardo Chailly, auch er am Pult der Filarmonica della Scala, wendet sich jetzt ein ebenso bedeutender Dirigent nicht nur den Suiten zu "Otto e mezzo und "La dolce vita" zu (die schon bei Muti berücksichtigt waren). Sondern auch "Amarcord", "Il Casanova" und "I Clowns".

In eine andere Welt

Rotas Zaubertrick bestand darin, dass er als Melodiker zugleich Atmosphäriker war. Die von ihm erfundenen Tunes sind zwar eingängig, aber keineswegs sehr lang oder auch nur singbar. Erst die atmosphärische Dichte der Instrumentierung führte dazu, dass man schon bei den ersten Klängen vollständig in eine andere Welt eintaucht. Ohne Rotas Beitrag wäre etwa der Erfolg von "8 ½" nicht vorstellbar.

Die Orchestrierungen und Arrangments für großes Symphonieorchester wurden in einigen Fällen von anderen besorgt. Dennoch, wie man zugeben muss, klingen die Interpretationen Rotas jedesmal sehr ähnlich. (Selbst dann, wenn man sie mit den Original-Soundtracks vergleicht.)

Chailly, wie er mir vor einigen Tagen selber sagte, möchte beweisen, dass diese Werke auch außerhalb des Kinos, nämlich im Konzertsaal tragfähig sind. Dieser Beweis kann, glaube ich, auf einer solchen CD nur unzureichend gelingen. Als nicht neuer, aber neuerlicher und sehr emphatischer Hinweis auf einen ingiösen, überragenden Komponisten seiner Zeit ist die CD jedenfalls sehr, sehr schön.

Kai Luehrs-Kaiser, rbbKultur

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