Vivi Vassileva: Singin' Rhythm; Montage: rbbKultur
Bild: Alpha Classics

Kammermusik - Vivi Vassileva: "Singin' Rhythm"

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Die junge bulgarische Perkussionistin Vivi Vassileva liefert mit ihrem Album "Singin' Rhythm" ein beachtliches Debüt ab.

Im Quintett spielt Vivi Vassileva überwiegend Vibraphon, aber in ihren Solostücken ist sie mit dem gesamten Instrumentarium der Schlagwerker zu hören: Trommeln und Gongs, Glockenspiele und Triangeln. Bei Liveauftritten nimmt sich die junge Musikerin manchmal einfach eine halbgefüllte Wasserflasche – und trommelt auch darauf komplizierteste Rhythmen.

Singen

Auf dem Album will sie den "Rhythmus zum Singen bringen", beim Lied aus Bulgarien, dass Vassileva für 13 Schlaginstrumente arrangiert, aber auch in der dreiteiligen Suite "Sailing for Phil" von Eric Sammut, der hier Jazz und brasilianische Samba kombiniert. Mit ihrem Quintett spielt Vassileva dieses rhythmisch komplexe Werk in beeindruckender Virtuosität.

Einen anderen klanglichen Höhepunkt auf dem Album gestaltet sie dann ganz allein mit dem Marimabaphon: die "Variationen über Dowlands Lachrimae Pavane" – Alte Musik, die mit dem modernen Instrument und warm-dunklen Klängen in unsere Zeit geholt wird.

Meisterklasse

Das Album ist eine glänzende Visitenkarte auf dem Weg zum Erfolg: mit 13 Jahren hat Vivi Vassileva "Jugend musiziert" gewonnen, danach im Bundesjugendorchester gespielt, später bei Peter Sadlo studiert. Im vergangenen Herbst ist ihr in Salzburg der Sprung in die Meisterklasse des Schlagzeugers Martin Grubinger gelungen.

Vivi Vassileva; © Adriana Yankulova
Vivi VassilevaBild: Adriana Yankulova

Klangreise

Stilistisch pendelt das Album vielseitig zwischen Alter Musik und Jazz, zwischen Neuer Klassik und brasilianischer Samba. Vivi Vassivleva sucht und findet für jede Stilrichtung die passenden perkussiven Klänge. Ihr Vibraphon singt, mit Tupan und Darbuka, Bongos und Djembe erzählt sie Geschichten aus aller Welt – schön, wenn man für jede Musik die richtige Trommel zur Hand hat!

Hans Ackermann, rbbKultur

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