Gaspare Spontini: Le Metamorfosi di Pasquale; Montage: rbbKultur
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Farsa in einem Akt - Gasparo Spontini: "Le Metamorfosi di Pasquale"

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Gasparo Spontini gilt als einer der wichtigsten Opernreformer nach Gluck in Frankreich, und seine Oper "La Vestale" wird auch heute noch gespielt. Jetzt ist eine komische Oper von ihm auf CD erschienen: "Le Metamorfosi di Pasquale" (Die Verwandlungen des Pasquale).

Spontini, der Meister der heroischen Oper, als Komponist komischer Farcen? Tatsächlich stammt etwa die Hälfte des Gesamtwerks des genialen Reformers aus seiner italienischen Frühzeit – es handelt sich fast ausschließlich um Buffe.

Nicht dass Spontini von diesen Werken nichts mehr wissen wollte – er schätzte sie auch im Alter noch hoch ein und bewahrte sie in seiner Bibliothek auf. Doch die Noten waren lange verschollen. Erst kürzlich trieben Forscher einen großen Teil dieser alten Opern auf – so gelang 2016 ein Sensationsfund von gleich drei Werken – den letzten, bevor Spontini nach Paris ging – die Autographen wurden auf einem belgischen Schloss entdeckt.

Beherrscher der komischen Formen

Es war nur eine Frage der Zeit, bis man begann, diese amüsanten Werke dem Publikum vorzustellen. "Le Metamorfosi di Pasquale" (1802) ist die kürzeste und späteste. Spontini erweist sich hier in einem launigen Libretto von Giuseppe Foppa als souveräner Beherrscher der komischen Formen, der besonders rhythmisch und satztechnisch in den Ensembles einiges zu bieten hat.

Die Handlung erinnert stark an Wolf-Ferraris Oper "Sly" – nur ist hier die Geschichte vom armen Mann, dem von einer dekadenten Gesellschaft vorgegaukelt wird, er wäre reich und adelig, nicht gar so bitter ausformuliert. Alles bewegt sich in den fröhlichen Bahnen der herkömmlichen Farsa. Herbe oder sentimentale Töne, wie sie vielleicht Mayr oder Cherubini eingefallen wären, fehlen. Dafür ahnt man schon das Feuerwerk Rossinis, der nur zehn Jahre später ganz ähnliche Werke schreiben wird.

Man kann sich der ehrwürdigen Gattung Opera Buffa auf verschiedene Weise nähern. Zeitgleich erscheint bei der Deutschen Harmonia Mundi Salieris Buffa „La Fiera di Venezia“ – wo die Sänger handverlesen sind und jeder Takt liebevoll und minutiös erarbeitet wurde. Hier in diesem Festival-Mitschnitt aus Jesi geht es mehr um Turbulenz, Energie und Teamwork als um Tiefgang. Weder stehen große Opernstars auf der Bühne, noch ist die Orchesterführung besonders delikat.

Ein amüsantes Dokument

Und doch zündet der Mitschnitt – weil bei der italienischen Buffa dieser Zeit die Spielfreude fast wichtiger ist als die Artistik der Stimme. Die Partitur ist trotz einiger atemberaubender Koloraturen noch nicht so vertrackt wie später bei Rossini. Mitunter schafft es der eine oder andere Sänger nicht ganz, das einzulösen, was die Noten fordern.

Doch insgesamt ist das ein amüsantes Dokument, mit dem der Spontini-Freund gut leben kann – bis das neu gefundene Werk in späteren Jahren mit größerer Feinjustierung und stimmlich agileren Damen nochmals aufgenommen wird.

Matthias Käther, rbbKultur

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