Kaiser Maximilian I. Lieder – Chansons – Tänze © Christophorus
Bild: Christophorus

Alte Musik - "Kaiser Maximilian I."

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Kaiserliche Klänge mit dem Ensemble Per-Sonat zu Ehren von Maximilian I.

Das Jahr 2019 ist reich an Jubiläen. Im Bauhaus-Fieber ist etwas untergegangen, dass vor 500 Jahren der Römisch-deutsche Kaiser Maximilian I. gestorben ist. Er war eine schillernde Herrscherpersönlichkeit und legte mit seiner raffiniert bis skrupellos ausgeführten Politik den Grundstein für die habsburgische Weltmacht. Zugleich zeigte sich Maximilian gern als großzügiger Förderer der Künste und betätigte sich auch selbst mit mehreren außergewöhnlichen Werken als Dichter. Das Ensemble Per-Sonat hat zum Maximilian-Jubiläum ein Album mit Musik aus dessen Umfeld veröffentlicht.

Feine Melancholie

Wer nun bei solch kaiserlicher Musik Pauken und schmetternde Trompeten oder sonstige staatstragende Prunkkompositionen erwartet, liegt falsch. In dieser Zeit um 1500 dominieren im Bereich der musikalischen Hochkultur gelehrte Motetten, feine durchgearbeitete Liedsätze und elegante Tänze. Mit großer Übersicht und beträchtlichem Aufwand hat das Ensemble Per-Sonat unter Leitung von Sabine Lutzenberger Repertoire aus dem Umfeld des Kaisers zusammengetragen. Dazu gehören Liebes- und Abschiedslieder von Ludwig Senfl und Heinrich Isaac, Motetten von Josquin und Févin sowie Tanzsätze aus dem Tanzbüchlein der Margarete von Österreich, einer Tochter des Kaisers. Insgesamt überwiegt ein zwar sehr vornehmer und stolzer, aber doch melancholischer Ton.

Homogenität in Perfektion

Per-Sonat präsentiert sich – wie schon auf etlichen vorherigen CDs – als gemischtes Vokal- und Instrumentalensemble. Die fünf Sänger singen wunderbar textverständlich und homogen, und sind doch als einzelne Stimmen wahrzunehmen, besonders Sabine Lutzenberger als leuchtende Oberstimme und Joel Frederiksen als warm-fundierter Bass. Die Instrumente – Fidel, Laute, Gamben verschiedener Größe – erzeugen einen ruhigen, konzentrierten, fast magischen Klang. Höfische Repräsentation definiert sich hier nicht über Lärm, Pomp und Ausgelassenheit, sondern über eine ernste Würde – ein vortreffliches Bild.

Bernhard Schrammek, rbbKultur

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