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Streichquartette von Waghalter, Strasfogel & Rathaus - Poland Abroad

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Das Polnische Streichquartett Berlin spielt Streichquartette dreier weitgehend unbekannter Komponisten des 20. Jahrhunderts. Dabei waren Waghalter, Strasfogel und Rathaus vor ihrer Flucht renommierte Persönlichkeiten des Berliner Musiklebens.

Die drei jüdischen Komponisten sind auf unterschiedlichen Wegen in die USA gelangt und in New York Professoren geworden. Weltruhm - wie der durchaus vergleichbare Erich Wolfgang Korngold - konnten sie aber in den USA nicht erlangen.

Berlin und New York

Dabei hatten sich alle drei Komponisten bis zu ihrer Flucht vor den Nationalsozialisten hervorragende Bedingungen geschaffen. So dirigierte Ignatz Waghalter, gefördert von Joseph Joachim und Arthur Nikisch, die Orchester der Berliner Opernhäuser und veröffentlichte mit großem Erfolg Werke, die an Johannes Brahms erinnern. Die beiden anderen Komponisten - Ignace Strasfogel und der aus Österreich-Ungarn stammende Karol Rathaus - waren in Berlin Meisterschüler von Franz Schreker.

Oper und Streichquartett

Das Polnische Streichquartett Berlin besteht aus vorzüglichen Streichern des Orchesters der Deutschen Oper Berlin, darunter Tomasz Tomazewski, der 1. Geiger des Ensembles. Schon seit 2002 beschäftigt sich das  Quartett mit polnischen Komponisten,  nimmt dabei immer wieder auch Weltpremieren auf, wie hier das Streichquartett von Ignace Strasfogel. Die Interpreten sind hörbar gut aufeinander eingespielt, die Stimmen fügen sich zu einem warmen, homogenen Klang aneinander.

Kontrapunkt und Moderne

Karol Rathaus hat im Exil am New Yorker Queens College unterrichtet, den Studierenden dort die Zwölfton-Methode, aber auch barocken Kontrapunkt beigebracht. Beides wusste er in seinem eigenen Werk meisterhaft einzusetzen, wie sein Streichquartett Nr. 5 am Ende des Albums eindrucksvoll zeigt.  Die Reihe "Poland Abroad" wird hoffentlich noch viele Fortsetzungen haben.

Hans Ackermann, rbbKultur

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