The Sunnyside of Ô-Celli; Montage: rbbKultur
Bild: Cypress

Kammermusik - "The Sunnyside of Ô-Celli"

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Auf ihrem neuen Album interpretieren die acht Cellisten aus Brüssel mit "Bohemian Rhapsody" von Freddie Mercury auch einen Klassiker der Rockmusik.

Bis zum letzten Titel muss man warten, um die musikalische Überraschung dieses Albums zu hören – "Bohemian Rhapsody", ein Song, mit dem der 1991 jung gestorbene Sänger Freddie Mercury für alle Zeit unsterblich geworden ist.

Insbesondere den exaltierten Gesang vermögen die belgischen Cellisten mit ihren Instrumenten sehr überzeugend zu imitieren. Auch die Härte der elektrischen Gitarre, die im Original den Gesang umspielt, hat man klanglich anverwandelt in die Bearbeitung übernommen – eine gelungene Zugabe auf einem Album, das sich ansonsten der Moderne des späten 19. Jahrhunderts widmet.

Programm

Im Programm finden sich höchst virtuose Bearbeitungen für acht Violoncelli – beginnend bei einem sehr zügig gespielten "Spanischen Tanz" von Manuel de Falla. Es folgen die drei "Danzas fantasticas" von Joaquín Turina, der hier vom Flamenco beeindruckte, zeitlose Musik geschrieben hat.

Nach Chabriers "España" wechselt das Programm von Spanien aus nach Südamerika, zur Musik von Heitor Villa-Lobos und Piazzolla – "Fuga y misterio". Später ist noch der rasante "Mambo" aus Leonard Bernsteins "West Side Story" zu hören. Mit einer "Danzon" des zeitgenössischen Komponisten Arturo Marques findet sich dann auch ein Stück aus der Neuen Musik.

Unterschiede

Anders als die 12 Cellisten der Berliner Philharmoniker setzt sich dieses Ensemble aus Solisten zusammen, die in verschieden Projekten oder Ensembles spielen – die Berliner Cellisten sind ja im Hauptberuf die Cello-Gruppe im besten Orchester der Welt.

Aber auch dieses Brüsseler Ensemble um den Cellisten Sébastien Walnier kann mit einem herausragenden Cello-Ensembleklang aufwarten. Vieles klingt hier sehr hell und erweckt auch mit hohen, virtuosen Tempi eine Aufmerksamkeit, wie sie für solistische Vorträge typisch ist.

Emotionaler Höhepunkt ist dann aber die klangschöne "Historia de un amor" von Carlos Eleta Almarán – ein Name, den bei uns kaum jemand kennt. Sein schmachtendes Liebeslied aber ist im spanischen Kulturraum so bekannt, wie bei uns Freddie Mercurys "Bohemian Rhapsody".

Hans Ackermann, rbbKultur

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