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Alte Musik - "Opus 1"

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Triosonaten von Dandrieu mit Le Consort

An hervorragenden Ensembles für Alte Musik gibt es in in unserem Nachbarland Frankreich keinen Mangel: Zahlreiche Barockorchester sowie Vokal- und Instrumentalensembles bilden eine kreative Szene, die sich dank guter Ausbildungsstätten auch über ihren Nachwuchs keine Sorgen machen muss. Ein gutes Beispiel ist das Ensemble Le Consort, zu dem sich fünf junge Musiker – alle unter 30 – zusammengeschlossen haben.

Opus 1 von Dandrieu

Nach einer Debüt-CD, die Le Consort im letzten Jahr gemeinsam mit der Mezzosopranistin Eva Zaïcik herausgebracht hat, folgt nun ein erstes reines Instrumentalalbum. Gewidmet ist es dem französischen Komponisten Jean-François Dandrieu, der hierzulande allenfalls für hübsche, weihnachtliche Orgelkompositionen bekannt ist. Aber Dandrieu – Organist, Komponist und Cembalist in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts – hat mehr zu bieten.

Seine 1705 als Opus 1 veröffentlichten Triosonaten sind überraschend "unfranzösisch" komponiert und erinnern im Gegenteil an die Werke seines italienischen Kollegen Arcangelo Corelli. Beziehungsreich kombinieren die Le-Consort-Musiker daher die sechs Triosonaten aus Dandrieus Opus 1 mit Corelli-Sonaten und – als besondere Rarität – mit der Streicherbearbeitung eines Cembalostücks von Dandrieu unter dem Titel "La Corelli".

Maximum an Klangeffekten

Die Triosonaten von Dandrieu sind solide gefertigte, aber nicht gerade komplexe Kompositionen, die für eine überzeugende Darbietung interpretatorisch veredelt werden müssen. Le Consort gelingt dies bravourös, indem nicht nur makellos transparent musiziert wird, sondern auch ein Maximum an Klangeffekten in der Partitur untergebracht wird. Das beginnt mit einer klugen und zuweilen auch überraschenden Tempowahl und setzt sich mit der abwechslungsreichen Besetzung im Continuo fort: Mal spielt das Cembalo, mal die Orgel, mal nur Cello oder Gambe (gestrichen oder gezupft), dann auch mal alle gemeinsam. Beim Hören der Triosonaten ergibt sich somit nie der Eindruck eines kompositorischen Rasters, sondern sehr angenehme Abwechslung.

Bernhard Schrammek, rbbKultur

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