Girolamo Frescobaldi: Toccate, Capricci, Fiori Musicali; Montage: rbbKultur
Bild: Outhere Music

Alte Musik - Girolami Frescobaldi: Toccate, Capricci, Fiori Musicali

Es ist schon ein vom Umfang her monumentales Unternehmen, einen so großen Teil der Tastenmusik des großen Komponisten Girolamo Frescobaldi alleine einzuspielen. Francsco Cera standen dabei sowohl Kopien als auch Originale von nicht weniger als 9 verschiedenen Cembali und Orgeln zur Verfügung.

 Sie spiegeln verschiedene Klangideale, Stimmungen und und historische Stadien wieder. Sie sind auch die Grundvoraussetzung für den Erfolg dieser Aufnahme. Dazu kommen noch die teils originalen Aufnahmeorte in Ferrara und Rom. 

Alles klingt frei

Wir lernen in dieser Aufnahme Tänze, Fantasien, Toccaten, Capricci, Variationszyklen und ganze Messen kennen. Diese entsprechen ganz der Malerei der Zeit in ihrer starken Farbigkeit und der emotionalen Erforschung der menschlichen Leidenschaften und der mystisch religiösen Ergriffenheit. Francesco Cera hat nicht nur die technischen Fähigkeiten für diese Musik, er verfügt über eine wesentliche Voraussetzung: Timing. Alles klingt einerseits frei, andererseits aber nicht willkürlich oder manieriert. Immer hält Cera die feine Grenze zwischen nüchtern und exaltiert ein. So entstand eine geradezu maßstabsetzende Aufnahme. Man kann sehr gut verstehen, dass Frescobaldi in seiner unbändigen Fantasie und seinen harmonischen Neuerungen zum Vorbild bis hin zu J. S: Bach wurde. Klangtechnisch folgt die Aufnahme leider einem gegenwärtigen Ideal etwas zu direkter Mikrofonie. 

Clemens Goldberg, rbbKultur

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