Grigori Frid: Doppelkonzert für Viola und Klavier, Sinfonie Nr. 3, Inventionen
Bild: Capriccio

Orchesterwerke - Grigori Frid: Doppelkonzert für Viola und Klavier | Sinfonie Nr. 3 | Inventionen

Bewertung:

Der russische Komponist Grigori Frid hat mit seinem Doppelkonzert für Viola und Klavier und weiteren Orchesterwerken eigentlich schon längst eine größere Bekanntheit verdient.

1964, etwas mehr als 10 Jahre nach Stalins Tod, konnte auch Grigori Frid endlich aufatmen. Zuvor hatte er wie  Schostakowitsch und andere Komponisten der russischen Moderne stets die Kulturwächter des Diktators zu fürchten gehabt.   Der Beruf des Vaters - Literaturprofessor und damit Mitglied der beargwöhnten Intelligenz - und der jüdische Hintergrund der Familie hatten 1927 ausgereicht, den Vater willkürlich für fünf Jahre nach Sibirien zu verbannen.  Dort konnte sein Sohn Grigori immerhin Musik studieren und 1935 sogar von Irkutsk nach Moskau an das dortige Konservatorium wechseln. Im Zweiten Weltkrieg war Grigori Frid Sanitäter in der Roten Armee, hat danach in Moskau Musikschüler und Studierende ausgebildet und für den Rundfunk gearbeitet.

Porträt

Das sinfonische Werk dieses russischen Modernisten wird auf dieser CD eindrucksvoll porträtiert. Im Doppelkonzert für Viola und Klavier gestalten die beiden hervorragenden Solisten Isabelle van Keulen und Oliver Triendl souverän ein sehr anspruchsvolles Werk:  unendlich lange Spannungsbögen müssen hier mit dem Orchester zusammen gestaltet werden.

Isabelle van Keulen schöpft dabei den Tonvorrat der Bratsche extrem aus.  Vom tiefsten Ton bis in extreme Höhen steigt der Klang auf und verbleibt dort über Minuten. All das geschieht zum Teil im äußersten Pianissimo, was auch für das Georgische Kammerorchester Ingolstadt unter der Leitung seines Chefdirigenten Ruben Gazarian eine Höchstleistung erfordert.

Klangbad

Nach den sehr fordernden Klängen des Doppelkonzerts  - hoch, intensiv, kontrapunktisch dicht - kann man in Grigori Frids  Sinfonie Nr. 3 und in den beiden "Inventionen"  ein geradezu entspanntes Klangbad nehmen. Beide Inventionen sind Elegien mit einem klaren, melancholischen Ton -  der noch einmal die ästhetische Nähe zu Dmitri Schostakowitsch deutlich werden lässt. 

Hans Ackermann, rbbKultur

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