Gustav Mahler - Orchesterlieder; Montage: rbbKultur
Bild: Etcetera Records

Kammermusik - Gustav Mahler - Orchesterlieder

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In der kammermusikalischen Bearbeitung von Arnold Schönberg bekommen Gustav Mahlers Orchesterlieder eine elegante Transparenz.

In seinem Wiener "Verein für musikalische Privataufführungen" hat der Komponist Arnold Schönberg um das Jahr 1920 innovative Konzertformate entwickelt und neben eigenen Werken auch andere, von ihm geschätzte Komponisten aufgeführt. Zu diesem Zweck hatte Schönberg die "Lieder eines fahrenden Gesellen" von Gustav Mahler für ein etwa 20-köpfiges Kammerensemble bearbeitet – fünf Streicher, dazu Flöte, Oboe, Klarinette, Fagott und Horn, außerdem Harmonium, Celesta, Klavier und zwei Perkussionisten.

Eleganz

In dieser Besetzung spielt die Gruppo Montebello auch Mahlers Orchesterliederzyklus "Das Lied von der Erde". Gleich bei den ersten Takten kommt ein großer Vorteil der kammermusikalischen Bearbeitung zum Tragen: der Tenor Marcel Reijans – der hier mit dem Bariton Willem de Vries zusammen singt – muss nicht gegen ein im Fortissimo aufspielendes Orchester "ansingen". Stattdessen werden beide Sänger von Streichern und Solobläsern elegant umspielt.

Transparenz

Musikalisch geben die Bearbeitungen – beim "Lied von der Erde" hat Henk Guittart die Stimmen neu arrangiert – den Orchesterliedern eine neue Transparenz. Beinahe szenisch werden die Texte im Zusammenspiel mit dem Ensemble interpretiert.

Eine hervorragende Leistung gelingt dabei dem Münchner Bariton Ludwig Mittelhammer. Unter den "Liedern eines fahrenden Gesellen" präsentiert sein wunderbar-wehmütiges "Die zwei blauen Augen" in einer hingebungsvollen Interpretation einen Höhepunkt des Albums.

Hans Ackermann, rbbKultur

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