Sakamoto: For Mr. Lawrence © Brillant Classics
Bild: Brillant Classics

Klavier - Sakamoto: "For Mr. Lawrence"

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Für seine Musik zu Hollywood-Filmen wie "Der letzte Kaiser" oder zuletzt "The Revenant" wurde der japanische Komponist Ryuichi Sakamoto schon mit vielen Preisen, darunter auch einem Oscar ausgezeichnet.

Der Untertitel des Album aber ist von "Merry Christmas, Mr. Lawrence" inspiriert, der erste Film, für den Ryuichi Sakamoto 1983 die Musik komponiert hat. Die Handlung ist in einem japanischen Kriegsgefangenenlager im Zweiten Weltkrieg angesiedelt, die Hauptrolle spielte damals der Sänger David Bowie. Der Film hatte nach der Premiere in Cannes zwar keine Preise gewonnen, Sakamoto aber konnte sich bereits mit seiner ersten Arbeit als Filmkomponist etablieren. Für die Musik zu Bertoluccis "Der letzte Kaiser" hat er dann 1988 sogar einen Oscar für die beste Filmmusik erhalten.

Minimalistisch

Natürlich hat Jeroen van Veen die Musik dieser beiden Filme in seine pianistische Werkschau übernommen. Auch das musikalische Hauptthema aus Allejandro Innáritus Filmerfolg "The Revenant" ist unter den fast 100 Titeln der 5-CD-Box zu finden. Die Klavierfassung ist dabei so minimalistisch gehalten wie die Vorlage - ein Merkmal, das für viele Titel des Albums gilt.

Aktiv

Der niederländische Pianist hat das umfangreiche Album mit einer Spielzeit von mehr als sechs Stunden gerade erst im Mai 2019 aufgenommen - und damit in Rekordzeit auf den Markt gebracht. Van Veen gilt in seiner Heimat aber auch als eine Art "Ein-Mann-Klavierproduktionsfirma", mit der er Klavierfestivals veranstaltet und zahllose Aktivitäten rund um das Tasteninstrument durchführt.

Bilder

Wer die Filmmusik von Ryuichi  Sakamoto mag, wird auch diese CD-Box schätzen. Das Album bietet die "Klavierausgabe" einer experimentellen und eigenständigen Filmmusik. Sakamotos Suche nach neuen Klängen prägt auch diese Klaviermeditationen  - die mit sprechenden Titeln wie "Distant Echo" oder "Lost Child" auch ganz ohne Filmbilder unterschiedlichste Stimmungen erzeugen.

Hans Ackermann, rbbKultur

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