Mari © Deutsche Grammophon
Bild: Deutsche Grammophon

Debütalbum - "Mari"

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Die Debüt-CD der norwegischen Geigerin Mari Samuelsen hat sogleich die Klassik-Charts gestürmt. Vielen Hörern dürfte die 34-Jährige noch kein Begriff sein. Hat sie den steilen Aufstieg verdient?

Von der Bestseller-Liste (also den Klassik-Charts) frisch auf den Tisch des Hauses! Die norwegische Geigern Mari Samuelsen (34) ist längst keine Unbekannte mehr. Ihre Vorgänger-Alben mit Musik von Ludovico Einaudi (uhh!) und Filmmusik von James Horner hatten Erfolg. Erst ihr Doppel-Personality-Album bei der Deutschen Grammophon indes schaffte den Sprung ganz nach oben.

Die Schülerin von Zakhar Bron (der auch Maxim Vengerov, Vadim Repin und David Garrett ausbildete) versammelt Neo-Klassik von Max Richter und Vladimir Martynov sowie Werke von Filmmusik-Komponisten wie Jóhann Jóhannson und Peter Gregson. Hinzu kommt Einzelnes von Philip Glass und Johann Sebastian Bach: Eine wilde, auch kokette Mischung aus Hartgesottenem und Weichgespültem.

Klassik zum Einlullen

Bei Glass wird Samuelsen hektisch und aufgeregt. Der gegerbte Ton mag zu den tonalen Klangwellen eines Peteris Vasks und Brian Eno gut passen (nämlich als Gegensatz). Ein Alleinstellungsmerkmal stellt dieser herbe Ton nicht dar, denn er findet sich auch bei Gidon Kremer und David Garrett. Meist fügt sich Samuelsen als Musterornament in eine Klangtapete ein, die dezent und eher dekorativ bleibt. Was Bach dazwischen zu suchen hat, ist auch unschwer zu sagen: Er ist das seriöse Feigenblatt dieser eher rundgelutschten Klassik, von der man sich angenehm einlullen lassen kann.

Das Album mag massentauglich und kommerziell erfolgreich sein, wird aber dadurch nicht besser. Es ist ein Stoßseufzer der in seichte Gewässer abtreibenden Deutschen Grammophon.

Kai-Luehrs Kaiser, rbbKultur

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