Carl Philipp Emanuel Bach: Cellokonzerte © Glossa
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Alte Musik - Carl Philipp Emanuel Bach: Cellokonzerte

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Die Cellokonzerte von Carl Philipp Emanuel Bach mit Roel Dieltiens und dem Orchestra of the Eighteenth Century

Vor fünf Jahren ist Frans Brüggen gestorben, der überragende Gründer und Leiter des Orchestra of the 18th Century. Unter seiner Leitung hat dieses international besetzte Ensemble Weltgeltung erreicht und mit vielen Einspielungen von Rameau bis Chopin Maßstäbe in Sachen historische Aufführungspraxis gesetzt. Nach dem Tod von Brüggen arbeitet das Orchester in dessen Sinne weiter, allerdings vorerst ohne neuen Chefdirigenten.

Bachs Cellokonzerte

Die neueste CD des Orchestra of the 18th Century ist ohne Dirigenten entstanden, dafür aber mit einem hervorragenden Cellosolisten: Roel Dieltiens – viele Jahre selbst Mitglied des Orchesters – spielt die drei Cellokonzerte von Carl Philipp Emanuel Bach. Alle drei Werke sind in enger zeitlicher Abfolge am Berliner Hof komponiert worden, wo Bach als Cembalist des preußischen Königs tätig war. Trotz ihrer gleichbleibenden Besetzung und formalen, dreisätzigen Gestalt sind die Konzerte stilistisch höchst unterschiedlich aufgebaut: Das a-Moll-Konzert klingt ruppig und wild, das B-Dur-Konzert dagegen höfisch-galant und das A-Dur-Konzert spielerisch und leicht.

Klangschattierung

Der Geist von Brüggen ist im Orchesterklang noch voll präsent. Die stilistische Abschattierung der drei so unterschiedlichen Konzerte gelingt hervorragend, das Orchester ist voll präsent, spielt präzise und erzeugt einen wunderbar differenzierten Streicherklang. Die Aufnahme in der Keizersgrachtkerk in Amsterdam könnte allerdings noch einen Hauch direkter sein, maßgeblich das Cembalo ist nur wenig zu hören. Ausgezeichnet spielt Roel Dieltiens den anspruchsvollen Solopart. Klanglich ist er ein wunderbarer Counterpart zum Orchester, er spielt hochvirtuos und überlegt.

Bernhard Schrammek, rbbKultur

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