Daniel Lozakovich – None but the Lonely Heart; Montage: rbbKultur
Bild: Deutsche Grammophon

Violine - Daniel Lozakovich: "None but the Lonely Heart"

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Auf seiner zweiten Solo-CD bei der Deutschen Grammophon gönnt sich der 18-jährige, schwedisch-russische Geiger Daniel Lozakovich ein Heimspiel.

In Tschaikowskys Violinkonzert sowie sechs kleineren Werken, so den Bearbeitungen von "Lenskys Arie" aus "Eugen Onegin", dem titelgebenden "Nur wer die Sehnsucht kennt" op. 6, Nr. 6 (Arr. Mischa Elman) und der Valse sentimentale (Arr. Ivry Gitlis), kann Lozakovich ausgiebig der Lust am schönen Ton, an russisch betörenden Farben frönen. Die Technik ist bestechend, ein anschmiegsamer, ja zärtlich quengelnder Ton dagegen meidet nicht immer die Neigung zur Manier, sogar zum Säuseln. Dem Schönheitskult des 19. Jahrhunderts, in dessen Bann dieser Geiger steht, fehlt als Gegengewicht der tragische Sinn fürs Todtraurige. So gerät manches hier harmloser als nötig.

Von Lozakovichs Gastspiel in der Yellow Lounge der Deutschen Grammophon wird berichtet, es fehle dem Geiger an großem Ton und sicherem Auftritt. Das mag auch mit der fehlenden Akustik und damit zu tun haben, dass Lozakovich bei dieser Gelegenheit womöglich erstmals einen Berliner Club von innen sah.

Vladimir Spivakov, mit welchem Lozakovich schon im Alter von neun Jahren debütierte, favorisiert einen gepflegten, unaufgeregten Ton von nicht zu leugnender Ortskenntnis. Auch bei dem Petersburger Pianisten Stanislav Soloviev macht alles einen entspannten, selbstverständlichen Eindruck. Man hört die Spitzengardinen, hinter denen man  zu einer guten Tasse heißer Schokolade gebeten ist.

Für die Frage, was dieses Super-Talent wirklich kann, gilt aber die Devise: Abwarten und Tee trinken. Gewiss haben wir ein Ausnahmetalent vor uns. Die entschiedene Rückwärtsgewandheit seiner Ästhetik wirkt leicht unbedarft.

Kai Luehrs-Kaiser, rbbKultur

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