Fanny & Felix © dB Productions
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Kammermusik - "Fanny & Felix"

Bewertung:
Die CD des schwedischen Streicherensembles Musica Vitae handelt vom innigen Verhältnis der Geschwister Fanny und Felix Mendelssohn.

Musik aus drei verschiedenen Gattungen haben die Musiker um die Geigerin Malin Broman aufgenommen: das Doppelkonzert in d-moll für Klavier und Violine von Felix Mendelssohn Bartholdy, dazu vier Lieder von Fanny Mendelssohn und schließlich ihr Streichquartett in d-Moll, in einer Bearbeitung für Streichorchester.

Lieder

Fannys Lieder werden als "Lieder ohne Worte" präsentiert - eigentlich eine Gattung, die ihr Bruder Felix erfunden hat. Die im Vergleich zur Geige dunklere Bratsche, die Malin Broman für diesen Vortrag gewählt hat, gibt Melodien wie "Im Herbst" oder "Dämmerung senkte sich von oben" einen besonders intensiven Ausdruck.

Duo

Im Duo mit dem Pianisten Simon Crawford-Philips überzeugt die Geigerin zuvor auch schon beim Doppelkonzert für Violine und Klavier von Felix Mendelssohn. Klanglich würde man sich die perfekt interpretierte Musik allerdings direkter aufgenommen wünschen, näher an den Musikern, anstatt mit viel zu weiträumig verteilten Mikrofonen.

Distanz

Diese buchstäbliche Distanz fällt besonders beim dritten Werk des Albums auf, verringert Wirkung und Intensität. Dabei zeigt gerade dieses Streichquartett am Ende des Albums die innige und emotionale künstlerische Beziehung der Geschwister besonders deutlich. Immer wieder finden sich in dieser intensiven Kammermusik  Zitate aus dem "Sommernachtstraum". Aber wer hat damals eigentlich wen zitiert? Haben die Geschwister ihre Werke vielleicht sogar in Teilen zusammen verfasst? 

Stil

In jedem Fall haben sie den "mendelssohnian style" gemeinsam begründet, wie es zutreffend im Beiheift dieser ambitionierten CD heißt. Und wie nah sich die beiden persönlich standen, zeigt immer wieder der einfache Blick in die Lebensdaten: nur vier Monate nach Fannys Tod stirbt auch Felix im gemeinsamen Schicksalsjahr 1847 - zu groß war der Schmerz über den Verlust der Schwester.

Hans Ackermann, rbbKultur

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