Jacques Morel: Pièces de Viole; Montage: rbbKultur
Bild: Paraty

Kammermusik - Jacques Morel: "Pièces de Viole"

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Von Jaques Morel wissen wir wirklich fast nichts, kein Geburts- oder Sterbedatum, keine Stationen seines Wirkens. Aber immerhin veröffentlichte er ein umfangreiches Sammelwerk von Suiten für Viola da Gamba, das jetzt vom Ensemble Fuoco e Cenere eingespielt wurde.

Im Vorwort zu diesem Werk wird immerhin das große Vorbild Marin Marais erwähnt und dass Morel "Musik-Page" am Hof des Sonnenkönigs Ludwig XIV. war. Morel erweist sich in dieser Sammlung als ein eigener Kopf, der nach Texturen, Registern, Harmonien und besonderen Effekten suchte. Dies kommt insbesondere in den Preludes zu den drei Suiten zum Ausdruck.

Viele Sätze haben suggestive Titel, wie etwa "Boutade" (Streit, Neckerei) oder "L'inconstante" (die Unbeständige). Die Musik regt die Fantasie unmittelbar an. Auch Szenerien, etwa "Das Echo von Fontainebleau", steigen vor dem inneren Auge auf. An die Klasse eines Marais reicht Jaques Morel zwar nicht immer heran, aber trotzdem ist es ein sehr hohes Niveau, das erreicht wird.

Der in Basel ausgebildete amerikanische Gambist Jay Bernfeld ist ein exquisiter Gambist. Farbenreich, immer locker und frei ist sein Spiel. Die begleitenden Musiker legen in ihrem Continuo-Spiel einen reichen Teppich aus, suggerieren den Raum für die Szenerien.

Eine echte Entdeckung, sowohl vom Repertoire her als auch vom Ensemble!

Clemens Goldberg, rbbKultur

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