Joseph Elsner: Kammermusik; Montage: rbbKultur
Bild: Hänssler Classic

Box mit 4 CDs - Joseph Elsner: Kammermusik

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Joseph Elsners Musik ist heute außerhalb Polens weitgehend vergessen. Jetzt wurde ein bedeutender Teil seiner Kammermusik auf vier CDs eingespielt.

Wie so viele Musiker des 18. Jahrhunderts stammte Joseph Elsner aus Schlesien und wurde in Wien ausgebildet. Dann wirkte er in Lemberg und Warschau und wurde zum "Vater der polnischen Musik" im Übergang von der Klassik zur Romantik. In Warschau gründete zudem einen Musikverlag, leitete die Warschauer Musikhochschule und zu seinen Schülern zählten neben vielen anderen Stansilaw Moniuszko und Frederic Chopin. Seine Musik ist heute außerhalb Polens weitgehend vergessen. Jetzt wurde ein bedeutender Teil seiner Kammermusik auf vier CDs eingespielt.

Sehr unterhaltsam

Elsners Kammermusik entstand noch ganz im Geist der Klassik zwischen 1790 und 1810. Es ist keine Musik für "Profis" sondern für höhere Laien. Sie geht nicht sehr in die Tiefe und hat keinen besonderen intellektuellen Anspruch. Dennoch ist sie in vielfacher Hinsicht interessant. Erstens ist sie sehr unterhaltsam, niemals seicht. Sie ist ein perfekter Spiegel der musikalischen Praxis für höhere Stände. Seine langsamen Sätze sind zwar schlicht aber doch auch sehr innig, die schnellen Sätze sind oft gespickt mit harmonischer Würze und Witz. 

Reizvoll

Die beteiligten Musiker des Hoffmeister Quartetts und des Trio Margaux und allen voran die Pianistin Beni Araki spielen natürlich, ansprechend, witzig und genau der Musik angemessen. Dabei ist das originale Instrumentarium sehr reizvoll und farbig. Diese Musik taugt nicht für den großen Konzertsaal, aber sie ist perfekt für einen beschwingten Abend zu Hause oder für die inzwischen wieder zahlreichen Salonkonzerte.

Clemens Goldberg, rbbKultur

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