Mariam Batsashvili: Chopin <-> Liszt; Montage: rbbKultur
Bild: Warner Classics

Klavier - Mariam Batsashvili: Chopin <-> Liszt

Liszt und Chopin waren fast gleich alt und wohnten in Paris nur wenige Blöcke voneinander entfernt. Ob die beiden höchst unterschiedlichen Geister gegenseitig mehr als Respekt empfunden haben, ist fraglich. Mariam Batsashvili führt beide noch einmal zusammen.

Liszt als Pate

Die junge georgische Pianistin hat schon mehrfach bewiesen, dass sie eine besonders starke Beziehung zu dem Werk von Franz Liszt hat. Zwei Liszt-Wettbewerbe hat sie gewonnen, seine beiden Klavierkonzerte hat sie in London gespielt und sie studiert an der Franz-Liszt-Hochschule in Weimar.

ianistisch ist Mariam Batsashvili an und mit Liszt gewachsen, fasziniert von der Fülle und Breite des Werkes zwischen Tastenzauberei und Meditation, Salon und Kathedrale.

Selbstsicher und geerdet

Auf ihrer aktuellen CD geht Mariam Batsashvili den Verbindungen zwischen Liszt und Chopin in einer originellen Programmfolge nach. So begegnen sich die beiden Komponisten in polnischen Liedern, die Chopin geschrieben und Liszt für Klavier bearbeitet hat. Hier treffen eine lyrische Grundhaltung und pianistische Glanzpunkte aufeinander. Beides muss kein Widerspruch sein, wenn so selbstsicher und geerdet gespielt wird, wie von Mariam Batsashvili.

Die Pianistin gestaltet die gesanglichen Linien mit einem sehr kultivierten Legato und weiß die kleinen virtuosen Feuerwerke zu zelebrieren. Bei den chopinesken Nocturnes "Consolations"von Liszt kostet sie die meditative, auch spirituelle Stimmung aus. In den Liszt gewidmeten Etüden von Chopin lässt sie virtuosen Zauber aufblitzen, wenn auch nicht ganz so schwerelos wie bei Liszt. Mariam Batsaschvili inszeniert einen spannungsreichen und überraschenden Dialog großer Künstler in wechselseitiger Beleuchtung.

Dirk Hühner, rbbKultur

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