Robert Schumann: "Poetica" © Berlin Classics
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Kammermusik - Robert Schumann: "Poetica"

Bewertung:

Mit Robert Schumanns "Dichterliebe", arrangiert für Cello und Klavier, gelingt den beiden Musikern eines der klangschönsten Schumann-Alben des Jahres.

"Ich grolle nicht" – dieses berühmte Lied aus der "Dichterliebe" ist wie geschaffen für diese Instrumentenkombination.  Mächtig und eindringlich spielt Claudio Bohorquez  die Melodie – bei der man natürlich den Text im Hinterkopf hat, und die fehlenden Worte ergänzt. Doch wer das anschließende, vergleichsweise unbekannte,  "Und wüssten’s die Blumen" in der Instrumentalfassung hier vielleicht zum allerersten Mal hört, würde nicht denken, dass diesem "Lied ohne Worte" irgendetwas fehlt.

Poesie

Das Album heißt nicht von ungefähr "Poetica" – beide Musiker sind hervorragende Erzähler, Poeten, Klangmaler. Mit ihren Instrumenten schöpfen sie die Vielfalt der Farben aus und bringen die romantische Literatur zum Klingen. Der 1960 geborene Peter Nagy ist Professor für Klavier in Stuttgart, Claudio Bohorquez lehrt seit einigen Jahren in Berlin als Professor an der Hochschule für Musik Hanns Eisler. Der 1976 in Deutschland geborene Cellist hat viele Preise gewonnen. Die größte Auszeichnung aber war vielleicht die Leihgabe des originalen  Goffriller-Cellos von Pablo Casals. Auf diesem Album kommt ein kaum weniger kostbares Instrument zum Einsatz, gebaut in Cremona von Giovanni Battista Rogeri.

Klang

"Rasch und mit Feuer", dieser Schlusssatz aus den Fantasiestücken op. 73 zeigt exemplarisch, wie gut sich die beiden Musiker verstehen – bei einer höchst anspruchsvollen Kammermusik, mit virtuosen Dialogen und lyrisch aufeinander bezogenen Wendungen. Insgesamt gelingt den beiden Musikern eines der klangschönsten Schumann-Alben des Jahres 2019.

Hans Ackermann, rbbKultur

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