Old Souls Gili Schwarzman, Guy Braunstein, Susanna Yoko Henkel, Amihai Grosz, Alisa Weilerstein © Pentatone
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Arrangement für Flöte und Streicher - Old Souls

Bewertung:

Die Flötistin Gili Schwarzman und der Geiger Guy Braunstein sind privat ein Ehepaar und haben daher die besten Voraussetzungen, gemeinsam Musik zu machen. Für zusätzliches Repertoire hat Guy Braunstein nun durch feinsinnige Bearbeitungen klassischer Streicherstücke gesorgt.

Guy Braunstein hat solche Stücke für Flöte und Streicher bearbeitet, die er selbst als Geiger besonders gut kennt. Schließlich ist er ein vielfältig konzertierender Solist und Kammermusiker. In Berlin wurde er als Konzertmeister der Berliner Philharmoniker bekannt, bevor er seine Solistenkarriere weiter verfolgte. Besonders viel Arbeit hat er in die Violinsonate a-Moll, op. 23 von Beethoven gesteckt. Da er weder den Geigenpart direkt auf die Flöte noch den Klavierpart eins zu eins auf vier Streicher übersetzen konnte, verteilte er die Motive neu und strickte sie eigenständig weiter. So entstand fast ein neues Stück, das nach Beethoven klingt, aber etwas angedickter und leider auch konturloser als das Original daher kommt.

Leuchtkraft

Höhepunkte der CD sind die Bearbeitungen der Italienischen Serenade von Hugo Wolf und des "Amerikanischen Streichquartetts" von Antonín Dvořák. Aus einem Streichquartett ein Flötenquartett zu machen, liegt bei diesen Stücken nahe, wurde aber unbegreiflicher Weise noch nicht unternommen. Gili Schwarzman gelingt es, mit ihrer Flöte sowohl hell strahlende Lichtpunkte zu setzen als auch im Ensemble der anderen Solisten aufzugehen. Besonders gelungen ist der langsame Satz bei  Dvořák, in dem die Flöte wie aus tieferen Schichten hervorleuchtet und die Seele berührt. Das Ziel der Musiker, bekannten Werken eine neue Perspektive zu geben, ist hier vorbildlich und klangschön verwirklicht. Es zahlt sich auch aus, dass unter ihnen ein hohes Einverständnis und eine ungebremste Freude am Musizieren herrschen.

Dirk Hühner, rbbKultur

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