Echoes of the Grand Canal © Audax
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Alte Musik - "Echoes of the Grand Canal – Music from Tiepolo’s Venice"

Bewertung:

Tiepolo-Soundtrack mit dem Ensemble Diderot und Diana Haller

Giovanni Battista Tiepolo (1696–1770) wurde schon zu Lebzeiten als "der beste Maler Venedigs" bezeichnet, und das möchte bei der Vielzahl der dort versammelten Künstler etwas heißen. Mit seinen Gemälden und prachtvoll inszenierten Deckenfresken (beispielsweise in der Würzburger Residenz) hat Tiepolo europaweit für Aufsehen gesorgt. Anlässlich des 250. Todestages des Malers ist gerade in der Staatsgalerie Stuttgart eine große Ausstellung mit mehr als 100 seiner Werke eröffnet worden. Den passenden Soundtrack dafür hat das Ensemble Diderot unter Leitung von Johannes Pramsohler eingespielt.

Vereinigung der Künste

Die Idee, Malerei und Musik zusammenzubringen ist hervorragend, zumal Tiepolo mit etlichen Barockkomponisten persönlich bekannt gewesen ist. Johannes Pramsohler hat mit seinem Ensemble Diderot eine sehr gute Auswahl getroffen. So finden sich hier venezianische Werke von Vivaldi, Gajarek und Hasse sowie Instrumentalmusik des Würzburger Hofmusikers Platti. Und auch die vertonten Texte sind auf Tiepolos Gemälde zugeschnitten, so ist Gajareks Kantate der verzweifelten Armida gewidmet (der Tiepolo mehrere Bilder gewidmet hat), während Hasses Kantate "Alta nubes illustrata" ("Die Wolke in der Höhe erstrahlt im goldenen Glanz der Sonne...") geradezu als Motto für den lichten, farbenfrohen Stil des Malers stehen könnte.

Interpretation

Protagonistin der CD ist die Mezzosopranistin Diana Haller, die als Ensemblemitglied an der Staatsoper Stuttgart singt. Technisch bewältigt sie die rasanten Koloraturen problemlos, die Intonation ist ausgezeichnet, inklusive der außergewöhnlichen Spitzentöne. Die Farbgebung ihrer Stimme ist jedoch immer recht scharf und kraftvoll, was besonders in den langsamen Arien der Kantaten ins Gewicht fällt. Hier ist die Balance mit den begleitenden Streichern nicht immer optimal. In den reinen Instrumentalstücken zeigt das Ensemble Diderot seine große Klasse in puncto Gestaltung und Abwechslungsreichtum.

Bernhard Schrammek, rbbKultur

Weitere Rezensionen

Anton Bruckner: Requiem © accentus music
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RIAS Kammerchor | Akademie für Alte Musik Berlin | Łukasz Borowicz - Anton Bruckner: "Requiem"

Trauermusiken von Anton Bruckner, größtenteils unbekannt, das macht neugierig! Hauptwerk ist sein Requiem in d-Moll, dazu kommen etliche Kompositionen, die bislang noch nicht eingespielt worden sind. Zu hören sind vier Gesangssolisten, der RIAS-Kammerchor und die Akademie für Alte Musik Berlin, die Leitung hat der noch recht junge polnische Dirigent Łukasz Borowicz.

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