Elegy: Henry Purcell und John Blow © Vivat
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Duette für Countertenor - Elegy: Purcell & Blow

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"Elegy" bildet in knapp 20 Duetten die Freundschaft der beiden englischen Barockkomponisten Henry Purcell und John Blow ab.

Henry Purcell und John Blow waren Mitglieder der "Chapel Royal", seit Elisabeth I. die zentrale Institution der königlichen Hofmusik in London. Komponisten und Sänger, Kirchenmusiker und ein bedeutender Chor haben dort zusammengearbeitet.

Purcell und Blow

Beide Komponisten waren als Kinder Mitglieder im königlichen Knabenchor "Children of the Chapel Royal". Dort wurde der sängerische Nachwuchs ausgebildet - vergleichbar mit den Wiener Sängerknaben oder in Berlin mit dem Staats- und Domchor. Blow und Purcell lagen altersmäßig allerdings zehn Jahre auseinander, sind sich somit im Knabenchor eher nicht begegnet, wohl aber später an der Westminster Abbey. Hier war Blow bereits Organist, als Purcell dort zunächst eine Anstellung als Orgelstimmer fand.

Freude und Trauer

Das Album bewegt sich von fröhlichen Geburtstagsliedern wie "Sound the Trumpet" bis hin zu stärkster Trauer am Ende: die große "Ode auf den Tod von Mr. Henry Purcell". John Blow hat diesen siebenteiligen Zyklus für seinen 1695 gestorbenen Freund komponiert. Purcell war mit gerade mal 36 Jahren unverhofft gestorben. Die Intensität des Vortrags steigert sich auf dem Album in dem Maße, wie die Trauer zum Ende hin zunimmt.

Für die beiden Sänger war es sicher auch spannend, von einem Album über eine historische Künstlerfreundschaft ausgehend auf das eigene Leben zu schauen:  auch Iestyn Davies und James Hall trennen rund 10 Jahre. Davies  geboren 1979, bekannt geworden durch seinen "Farinelli", den er am Broadway und auch im Londoner West End gesungen hat, James Hall Jahrgang 1988,  ist erst seit einigen Jahren auf den europäischen Bühnen zu erleben – mit großem Erfolg: im Januar wird James Hall hier in Berlin an der Deutschen Oper den Oberon in Benjamin Brittens "Sommernachtstraum" singen – auch für diesen Anlass ist das Album eine allerbeste Empfehlung.

Hans Ackermann, rbbKultur

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