Johannes Brahms: Klavierquintett op.34 © Myrios
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Kammermusik - Johannes Brahms: Klavierquintett op.34

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Für das Klavierquintett op. 34 hat sich das renommierte Hagen Quartett Verstärkung aus Berlin geholt – hier lebt der Pianist Kirill Gerstein und lehrt als Professor an der Hochschule für Musik Hanns Eisler.

Brahms selbst hat bei der Uraufführung des Quintetts 1862 am Klavier gesessen. Wieder einmal wird der Komponist bei dieser Kammermusik bis zur letzten Minute an der richtigen Gewichtung herumexperimentiert haben – um das "Schwanken zwischen Sonate und Sinfonie" zu meistern.

Kein Konzert

Mit diesem Wissen hat auch Kirill Gerstein – eigentlich ein erklärter Solist und Virtuose – einen Grenzgang zu bewältigen. Aber zwischen kammermusikalischer Intimität und der nach außen gekehrten großen Geste weiss er seine enorme physische Kraft und virtuose Präsenz gekonnt zu zügeln – schließlich ist das Werk kein Klavierkonzert und die vier Streicher sind gleichberechtigte Partner. Das Zusammenspiel gelingt auf diese Weise hervorragend.

Verschleierte Sinfonie

Für den Anfang des Albums hat das Hagen Quartett das Streichquartett op. 67 von Johannes Brahms ausgewählt. Hier zeigen die drei Geschwister Lukas, Veronika und Clemens Hagen zusammen mit Rainer Schmidt an der 2. Geige, warum sie seit Jahrzehnten zu den besten Ensembles gerechnet werden. Denn auch dieses Werk muss mit besonderer Sorgfalt interpretiert werden, handelt es sich Robert Schumann zufolge dabei doch auch um eine "verschleierte Sinfonie" – fröhlich im ersten Satz, später nach typischer Brahms-Manier dann zunehmend schwermütiger. Die höchst emotionalen Stimmungswechsel, aber auch die Modernität der Komposition werden bei dieser hervorragenden Aufnahme hörbar – ein Brahms, der lebt und atmet.

Hans Ackermann, rbbKultur

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