Mozart | Schubert: Quartets Nos. 15 © Alpha
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Quatuor Voce wird 15 - Mozart | Schubert: Quartets Nos. 15

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In Frankreich ist das Quatuor Voce schon als innovatives Streichquartett bekannt. Es hat eine eigene Konzertreihe in Paris und bittet auch mal Popsänger, Tänzer und Filmmusiker dazu. Spätestens mit diesem betont klassischen Album zu seinem 15. Geburtstag sollte das Quartett auch hier einschlagen.

Die drei Frauen und der Mann, die sich auf dem Cover beim Gang durch seichte Gewässer präsentieren, bilden zusammen eines der wichtigsten Streichquartette in Frankreich. Aufgefallen ist das Quartett zunächst in mehreren Wettbewerben, dann haben die ersten CDs mit Werken von Schubert und Beethoven beste Kritiken erhalten. Seitdem hat das Quatuor Voce sein Spektrum erweitert. Es hat mit anderen Musikern zusammengearbeitet und sich viel mit Neuer Musik und Improvisation beschäftigt. Für das Album zu seinem 15. Geburtstag ist das Quartett allerdings zum klassischen Repertoire zurückgekehrt mit zwei Quartetten, die die Nummer 15 tragen.

Der Funke springt über

Ob Zufall oder höhere Gewalt, die beiden Nummern 15 von Mozart und Schubert ergeben ein sehr stimmiges Paar. Beides sind sehr emotional getriebene Stücke, die sich bestens ergänzen. Mozarts d-Moll-Quartett KV 421 ist eines seiner wenigen Moll-Quartette und wirkt zunächst düster und beladen. Das Quatuor Voce forciert diese dunkle Tönung nicht, sondern geht den emotionalen Verästelungen und Entwicklungen nach. Sein eher leichter, sehr verbindlicher Klang spricht direkt an und zieht in das Geschehen hinein. Auch bei Schuberts G-Dur-Quartett D 887 gibt es einen tragischen Grundton. Hier kommt es darauf an, über die langen Sätze die Spannung zu halten und den emotionalen Faden nicht reißen zu lassen. Da das Quatuor Voce sich nicht übersteigert mit dem Stück identifiziert, sondern seine Tiefe auslotet und vermittelt, gelingt auch das. Dabei hilft, dass die Aufnahmen vor Publikum gemacht wurden: Der Funke springt über.

Dirk Hühner, rbbKultur

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